Teil eines Werkes 
2. Theil, 2. Abt. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

244

nung auf eine ungetrübte Zukunft war allein in ſei⸗ nem Geiſte wach geblieben.

Es war Morgens acht Uhr. Der Baron hatte mit der glückſelig lächelnden Marie ſein Frühſtück ein⸗ genommen, aber noch immer nicht den längſt von ihr erwarteten Glückwunſch zu dem doppelten Feſttage geſprochen. Endlich ſtand der alte Herr auf, ſah nach dem Wetterglaſe und ſagte:

Wir haben vier Grad Kälte, die angenehmſte Temperatur im Winter, die ich mir denken kann; ſie iſt weder zu kalt, um läſtig, noch zu warm, um nicht erfriſchend zu ſein ich liebe das. Sieh, wie ſchön der Schnee in dem jungen Sonnenſtrahle glitzert wir werden einen herrlichen Tag bekommen. Beeile Dich aber, mein Kind, daß Du fertig wirſt; ich habe Richard verſprochen, früh bei ihm einzutreffen und die Mittagstafel bei ihm zu halten; Nachmittags kommt er dann mit Waldorfs hierher, um den Abend feſtlich zu beſchließen, wie es geziemend iſt. Ich habe auch Millinger mit ſeiner Familie einladen laſſen und er hat zugeſagt, der gute Mann.

Ich weiß es ſchon, erwiderte Marie, ihn zärt⸗ lich liebkoſend, denn der Oheim hatte ihr ſchon acht Tage lang jeden Morgen beim Frühſtück von der Art und Weiſe erzählt, wie er ihren erſten Geburtstag in