Denen, die geprellt ſind?— Gott ſoll mich bewahren! Das war ein beſtialiſcher Gedanke! O Gott, o Gott, was kann einem Menſchen auf Erden nicht Alles be⸗ gegnen!—“ 1
Und er ſetzte ſich wieder auf ſeinen Seſſel nieder, von dem er ſich erhoben, und ſann tief und ſchmerz⸗ lich bewegt über Alles nach, was er ſo eben gehört hatte. Auch der Arzt blieb ſtumm, und um dem Baron nicht in's Geſicht zu blicken, that er, als leſe er einige Stellen des Briefes noch einmal für ſich und griff dann nach der vor ihm liegenden Zeitung, die er ebenfalls leiſe durchflog.
Plötzlich und gegen die Erwartung des ſchweigen⸗ den Arztes, der ſchon beſorgte, daß der alte Mann vernichtet vor Schmerz zuſammenbrechen oder einer, unter ſolchen Umſtänden leicht erklärlichen, Abſpannung erliegen würde, erhob er ſein Haupt mit energiſcher Faſſung, richtete klar und fragend ſeinen Blick auf das bleiche Geſicht des Arztes und ſagte mit wunder⸗ barer Ruhe und beſpielloſer Würde:
„Doktor, hören Sie mich einmal an und ſagen Sie mir aufrichtig, was Sie von meinem Entſchluſſe denken, den mir in meiner Noth, wie ich denke, Gott eingegeben hat. Nicht wahr, wenn Sie ſchwere Krankheiten vor ſich haben, ſo wenden Sie oft, wo


