14 ½ Zeit, denn ich befinde mich in bedrängter Lage und bedarf des Beiſtandes einer mitfühlenden und theil⸗ nehmenden Seele.“
Gern ſtimmte der freundliche Arzt bei und ver⸗ ſprach, wo möglich jeden Abend zu kommen, was er auch treulich hielt, wie ein wackerer Freund. Jeden Abend aber trat er mit wachſender Beſorgniß in das öde Haus, daß die Angſt des Barons in Betreff des einſchlagenden Blitzſtrahls ſich als eine gerechtfertigte erweiſen werde, denn er theilte die Furcht des Va⸗ ters, daß bald eine abermalige Nachricht aus der Re⸗ ſidenz eintreffen werde, die nicht allein das bekannte Unheil der Söhne beſtätigen, ſondern auch noch neues Unglück dem alten hinzufügen werde. Beide Män⸗ ner hatten ſchon lange einen Brief von dem gefälli⸗ gen Bankier erwartet, ohne ſich darüber ausdrücklich auszuſprechen, aber es kam immer noch keiner, und ſo waren endlich beinahe acht Tage ſeit jener letzten Benachrichtigung verſtrichen und mit jeder ablaufen⸗ den Stunde mehrte ſich die bange Erwartung auf ein neues und unvorhergeſehenes Ereigniß.
„Er wird Nichts zu berichten haben,“ ſagte eines Abends der Arzt, als das Geſpräch endlich auf die⸗ ſfen Gegenſtand kam,„wir werden ſchließlich ohne
lh. beſorgt geweſen ſein.“


