Teil eines Werkes 
2. Theil, 2. Abt. (1858)
Entstehung
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und zufrieden, nur hier athmete und lebte ſie, während

ſie in den übrigen Stunden des Tages einer lebloſen

Maſchine glich, die ihr Werk auf Geheiß ihres Mei⸗

ſters und in Folge ihrer inneren Einrichtung voll⸗

führt, aber ſelbſt nichts davon weiß, was ſie voll⸗ bringt. Nur wenn ſie dem Doktor zufällig einmal in den Weg trat, empfand ſie eine glücklichere ſelbſt⸗ bewußte Regung, denn ſein wohlwollendes Auge ver⸗ ſicherte ſie ſeiner Theilnahme, ſeines Mitgefühls, es ſchien ihr Hoffnung zu verſprechen, ſie auf den kom⸗ menden Tag zu vertröſten, aber immer ſchüttelte ſie ſchweigend den ſchönen Kopf mit den wehmuthsvollen

Augen, als wollte ſie ihm ſagen:Noch nicht! Noch

iſt er fort, noch iſt er nicht wiedergekommen. Aber

vielleicht morgen!

Aber dieſesMorgen ward in weitere Ferne hin⸗ ausgerückt, denn ſchon waren volle acht Tage ver⸗ floſſen und noch hatte ſie keine Nachricht empfangen, daß ihr Freund zurückgekehrt ſei.

1 Dieſe acht Tage aber waren noch nicht ganz ver⸗ ſtrichen, als ſchon wieder ein neues und diesmal noch viel ſchwereres Gewitter über dem Gutshof und ſeinen Bewohnern ſich entladen ſollte, und zwar war es wieder der alte Baron, der am heftigſten davon be⸗

troffen wurde.