Teil eines Werkes 
2. Theil, [1. Abt.] (1858)
Entstehung
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zu wollen, errathen zu laſſen. Einſtweilen indeſſen beſchloß er, nur Zeit zu gewinnen. Mit etwas vor⸗ geneigtem Kopfe, als höre er nicht ganz gut, fing er plötzlich an zu lächeln und ſagte dann verbindlich: O, mein Herr, wenn Sie in Italien geweſen ſind, ſo ſprechen Sie auch gewiß die italieniſche Sprache. Sie hören, ich radebreche die deutſche nur und ver⸗

ſtehe außerdem Ihren Dialekt nicht gut. Es entgeht mir viel von Dem, was Sie mir vorzutragen die

Güte haben. 4

O! ſagte der Fremde ſogleich mit lauterer

Stimme, indem er langſamer aber immer noch Deutſch ſprach.Warum ſagten Sie mir das nicht früher? Ich ſpreche die italieniſche Sprache vollkommen, ſo auch die franzöſiſche und engliſche, wie überhaupt alle

gangbaren Sprachen Europa's. Nur das Hebräiſche verſtehe und ſpreche ich nicht.

1 Dieſer letzte, deutlich und lauernd geſprochene Satz brachte eine ſchlagende Wirkung auf den Grafen her⸗ vor, worauf es vielleicht auch abgeſehen war. Denn er zuckte zuſammen, als ob ihn der Stich eines un⸗ ſichtbaren Dolches verletzt hätte. Aber nur einen

Augenblick dauerte dieſe Ueberraſchung, er faßte ſich ſogleich wieder und, mit unglaublicher Keckheit ſich

wappnend, ſagte er mit brüskem Tone:Hebräiſch