Teil eines Werkes 
2. Theil, [1. Abt.] (1858)
Entstehung
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255 zweck! Und er lächelte heiter, als er den Grafen eben falls lächeln ſah.

Ein Kunſtzweck? wiederholte Dieſer.So! Welche Kunſt betrifft dieſer Zweck?

Die Kunſt, mit einer Feder meiſterhaft umzuge⸗

hen und vortreffliche Zeichnungen anzufertigen. Der Graf riß die Augen weit auf, ſogar ſein Nund öffnete ſich unwillkürlich und er ſah beinahe aus wie ein unverſehens überraſchter und ertappter

4 Dieb. Der Fremde ſchien dieſes unwillkürliche Mie⸗ 6

nenſpiel nicht zu beachten, obgleich er es ſehr wohl

bemerkte, ſondern fuhr mit Bedeutung fort: 8

Die Kunſt, mit der Feder ſchöne und koſtbare

Zeichnungen hervorzubringen, iſt eine leider ſehr ſel⸗ ten geübte und verſtandene Kunſt. Ich habe ſie auf meinen Reiſen in Italien kennen gelernt und bin ein Liebhaber und Sammler von dergleichen geworden.

Der Graf fing an zu hüſteln; ohne Zweifel ſah er den unerwarteten Ausgang dieſes Geſprächs gleich⸗ ſam wie ein trübes Irrlicht ſchon von Weitem vor ſeinen Augen flimmern. Er blickte bisweilen verſtoh⸗ len nach der Thür, die ſeitwärts von ihm lag, als I ſchiene er bei Zeiten auf Mittel zu ſinnen, wie er ſich derſelben nothwendigen Falles nähern könne, ohne damit ſeine Abſicht, ſich derſelben zur Flucht bedienen