252
Es war im erſten Moment offenbar nichts Feind⸗ ſeliges, was ſich auf den Mienen des Herrn Hübner gegen den Grafen ausſprach, bewahre! Dazu war Herr Hübner ein viel zu beſonnener und vorſichtiger Mann; im Gegentheil, er behielt ſogar eine Weile eine gewiſſe Höflichkeit bei, aber dieſelbe wurde von Minute zu Minute kälter, ſein Geſicht ſtrenger, ſein Auge funkelnder, und in jeder ſeiner Bewegungen fing ſich eine ſelbſtbewußte geiſtige und phyſiſche Kraft an zu entfalten, die jedem Unbefangenen hätte impo⸗ niren müſſen, wie viel mehr nicht dem Schuldbewuß⸗ ten, der ſeine eigene Keckheit, der wachſenden Kühn⸗ heit des Fremden gegenüber, von Sekunde zu Se⸗ kunde ſchwinden fühlte.
Nachdem Herr Hübner ſeine Verbeugung einfach wiederholt und der Graf ſie nur durch Aufſtehen von ſeinem Divan erwidert hatte, erhob ſich die mächtige Geſtalt des Kupferhammerbewohners zu ihrer ganzen Höhe und mit ſolchem Nachdruck, daß der Graf glaubte, ſie werde jeden Augenblick rieſenhafter und dehne ſich in eine Länge, Breite und Mächtigkeit, wie er ſie noch nie an einem Menſchen geſehen zu haben ſich erinnerte. 1
„Ich habe alſo die Ehre, den Herrn Grafen Za⸗ retta vor mir zu ſehen?“ begann der Fremde das un⸗


