Teil eines Werkes 
2. Theil, [1. Abt.] (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

246

ggewendet, um ihren Stolz zu beugen, ihren Hochmuth u demüthigen, und in weſſen gemeinen ziegenleder⸗ nen Geldbeutel ſie Alle zuſammen ihr hochadliges Gold ausgeſchüttet, wen ſie Bruder, Freund und Ge⸗ fährten genannt haben. Haha! Wenn das möglich wäre, wenn er dabei ihre Mienen belauſchen, ihre Demüthigung betrachten könnte, was müßte das für ein nie erlebter Triumph des alten Meiſters in allen betrügeriſchen Künſten, des ungariſchen Grafen Zaretta ſein, der ſich das Anſehen zu geben wußte, als ob er das Schooßkind des launenhaftes Glückes, der Liebling gekrönter Häupter, der Sprößling eines fürſtlichen Geſchlechtes ſei. Solches bedenkend, in ſolchen Träumen ſich wie⸗ gend und mit ſeiner Unverletzbarkeit ſich brüſtend, ſaß der Graf eine Weile da, während eine Minute nach der anderen verflog und allmälig die Stunde näher rückte, wo er der ſtolzen Königsſtadt den Rücken kehren wollte, voll der triumphirenden Empfindung, auch in ihren Mauern, wie in denen vieler anderen, ſein Siegesdenkmal aufgerichtet und darunter die Seufzer armſeliger Betrogener, die ſich ſelbſt kleine Könige dünkten, verſcharrt zu haben. Da wurde er plötzlich aus ſeinem tiefen Sinnen, ſeinen wollüſtigen Gedanken durch Etwas aufgeſchreckt,

32