Augen ſind nach dem Fenſter gewandt und ſcheinen den Zug der Wolken zu verfolgen, die, von einem leichten Weſtwinde getrieben, in mäßiger Eile am matt⸗ blauen Himmel vorüber ziehen. Aber er ſieht dieſe Wolken und dieſen Himmel ſo wenig, wie er über⸗ haupt etwas ſieht, denn er iſt in tiefe Gedanken ver⸗ ſunken und läßt ſeine in den letzten fünf Monaten verübten Thaten vor ſeiner Seele die Revue paſſiren. Des ſüßen, eben genoſſenen Weines voll, ergeht er ſich mit einem gewiſſen Wohlbehagen in den verfloſ⸗ ſenen Tagen und rechnet die Sümmchen zuſammen, die er ſeinem Talente in der Verſtellungskunſt, ſeiner betrügeriſchen Geſchmeidigkeit und ſeiner rückſichtsloſen Tollkühnheit verdankt. Vergebens würde es ſein, wollten wir in dieſem Augenblick noch den feinen Cavalier, den ungariſchen Grafen in ihm erkennen, als welcher er ſo oft vor unſere Augen getreten iſt. Er hat das ariſtokratiſche Weſen und Gebahren, welchem er wider Willen ſo lange gehuldigt, wie ein überflüſſig gewordenes Gewand von ſich abgeſtreift, er bedarf nicht mehr des glänzenden Ueberwurfs, den er ſich ſo geſchickt umzulegen gewußt,— im Gegentheil, es liegt ein ganz anderer Ausdruck auf ſeinem abgefeimten, düſteren, ſchelmiſch zufriedenen Geſicht, etwas unver⸗ kennbar Gaunerhaftes iſt in ſeiner Miene und in der 16*
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