Teil eines Werkes 
2. Theil, [1. Abt.] (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

220

mochte, da er alle ſeine teufliſchen Entwürfe gelin⸗ gen ſah.

Plötzlich wurde die Stille in dem kleinen verſchloſ⸗ ſenen Raume, in welchem die Hölle ihr Weſen trieb, unterbrochen. Eine leichte Hand pochte draußen an und eine beſcheidene Stimme bat, die Thür zu öff⸗ nen. Die Spieler zuckten zuſammen und Graf Za⸗ retta, an dergleichen Ueberfälle vielleicht gewöhnt, er⸗ griff ſogleich die Karten und was ſonſt an das Spiel erinnern konnte, um es nöthigen Falles irgendwo verſchwinden zu laſſen.

Niemand von der Geſellſchaft, da Alle ihre Au⸗

gen voller Spannung auf die Thüre gerichtet hatten und mit betroffenen Geſichtern der unvermutheten Ueberraſchung entgegenſahen, bemerkte, wo der vor⸗ ſorgliche Graf blieb. Wie ein Aal, der den Händen des ihn ergreifenden Fiſchers entſchlüpft, ſchlich er durch die halb geöffnete Nebenthür in ein Seiten⸗ gemach, von hier aus für's Erſte den kommenden Er⸗ eigniſſen aus geſicherter Ferne entgegenzuſehen.

Bald aber wurde ſtärker geklopft und eine ernſte

und militairiſch accentuirende Stimme ließ draußen die Worte vernehmen:Im Namen des Königs, meine Herren, bitte ich die Thür zu öffnen!

Dieſe Worte verfehlten nicht, auf die Gemüther