14
vorzügliche Eroberung für die höhere Geſellſchaft ſei. Denn er verſtand es vollkommen, ſich wie ein gebo⸗ rener Cavalier zu benehmen, ſprach wenig in ſeinem artig klingenden gebrochenen Deutſch, war mäßig im Eſſen und Trinken und ſpielte wie ein ächter Philo⸗ ſoph, der weder den Gewinn übermäßig liebt, noch den Verluſt ängſtlich fürchtet und der es erſteht, durch zeitig angebrachte Aufmerkſamkeiten die Herren, und durch reichlich geſpendete Gaben die Diener zu bezau⸗ bern. So war denn der Graf Zaretta allmälig ein geachteter, in manchen Kreiſen ſogar beliebter Mann geworden. Daß er ein politiſch etwas compromittir⸗ ter Ausländer war, hatte man ihm längſt verziehen, bei Vielen hatte dieſer Umſtand ſogar beigetragen, ihn in gewiſſem Sinne populär zu machen, denn in einer von Hunderttauſenden erfüllten Stadt giebt es Tauſende von Menſchen, die dergleichen gewiß unſchul⸗ dig Geprüfte und Verfolgte bemitleiden, lieben, ſu⸗ chen und auf alle Weiſe zu tragen ſich bemühen. Graf Zaretta hatte ſich alſo in kurzer Zeit ſchon ziem⸗ lich feſt in den Sattel der Geſellſchaft zu ſetzen ge⸗ wußt, was ſtets eine Staffel zu höherer und allge⸗ meinerer Geltung iſt. Dieſer alle Tage feſter wer⸗ dende Sitz ſchien für ihn etwas ungemein Behagli⸗ ches zu haben. Auch betrug er ſich demgemäß, wie


