9
Vollendung anſtaunen ſoll. Mit den Fortſchritten der Zeit, in der ſich die Intelligenz in gleichem Schritt mit der Leiſtungsfähigkeit im Guten und Böſen ent⸗ wickelt, haben ſich auch dieſe Abenteurer zu einer Art von Rieſen moraliſcher und ſpeculativer Raffinerie emporgearbeitet. Früher begnügten ſie ſich, als Ta⸗ ſchenſpieler, Tanzlehrer, in höheren Cirkeln beliebter⸗ weiſe als Sprachmeiſter aufzutreten. Allmälig wur⸗ den ſie feiner und gebildeter, reicher und vornehmer, ſie führten ſich in die große Geſellſchaft ein und ver⸗ ſtanden es, ſich zu Liebhabern von ſchönen Wittwen, zu Anbetern gelangweilter Frauen oder leichtſinniger Töchter begüterter Eltern aufzuſchwingen. Heutigen Tages endlich ſind ſie zu ihrer vollen Größe aufge⸗ wachſen, und kein Unternehmen, kein Meiſterſtück, mag es ſo ſchwierig oder gefährlich auszuführen ſein, wie es will, ſchreckt dieſe erfindungsreichen Geiſter zu⸗ rück, ſie verſuchen mit wahrer Tollkühnheit ihr Glück, und dies Glück— die ſeltſamſte Gabe des launen⸗ haften Schickſals— ſteht ihnen oft genug lächelnd zur Seite.
Ein ſolcher fabelhafter Menſch war ſeit dem letz⸗ ten Frühjahr plötzlich auch in der Reſidenz aufgetre⸗ ten, von welcher wir in dieſen Blättern ſchon öfter geſprochen haben. Eines Tages war er als fremder


