noch keine Gelegenheit, ihn perſönlich vorzuführen und nur des Vaters und des Arztes Erzählung hatten ungefähr auf ſein Aeußeres ſchließen laſſen.
Sehen wir zunächſt, welche Wirkung die unerwar⸗ 3 tete Erſcheinung des ſpäten Beſuches auf die verſam⸗. melten Diener hervorbrachte; denn dieſe Leute haben einen ſeltenen Inſtinkt, die Eigenſchaften der Kinder ihrer Herren zu ſtudiren und nach ihnen den Cha⸗ rakter derſelben zu beurtheilen. Als das Poſthorn in ſo ſpäter nächtlicher Stunde in der Kaſtanienallee und dann dicht vorm Schloſſe erſcholl, ſtürzte Alles, was noch in Küche und Vorſaal war, dem Wagen ent⸗ gegen. Unter den Uebrigen fehlte natürlich die Schaffnerin und Friedrich nicht, die, wie müde ſie auch von den ungewohnten Anſtrengungen des Tages waren, zuerſt ihre Neugierde befriedigen und ſehen mmußten, wen der Poſtwagen bräs e. Als ſie aber ddeen ſo wohlbekannten und jetzt am wenigſten erwar⸗
teten Reiſenden erkannten, fuhren ſie ſichtbar erſchrocken zurück und blickten ſich mit eben ſo verlegenen wc— uunheimlichen Geſichtern an. Denn Junker Alfrer war eine von den ſtolzen und ungemüthlichen Natu⸗— en, die es nie verſtehen lernen oder gar erſtreben, die e und Anhänglichkeit eines alten Dieners ihres Vaters zu erringen. Für ihn waren die Diener nur
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