—1
auf ſeinen Ruheſeſſel niedergelaſſen, als er plötzlich das Schmettern eines Poſthorns in der Kaſtanienallee zu vernehmen glaubte. Erſtaunt horchte er auf, und daß er ſich nicht geirrt, bewies ſogleich das nochmalige Blaſen des Poſtillons, welches aber diesmal dicht vor dem Hauſe erfolgte.
„Was hat Das zu bedeuten?“ fragte er ſich und ſprang von ſeinem Stuhle auf. Da hörte er aber ſchon eine bekannte Stimme im Vorſaale ſprechen, eine ungewohnte Lebendigkeit ließ ſich ebendaſelbſt vernehmen und plötzlich ward ſeine Thür aufgeriſſen und herein trat— ſein Sohn Alfred.
Als wäre ihm ein Geſpenſt erſchienen, ſ er dem unerwartet Anlangenden in's Geſicht, und wenn dieſer ein freundliches Willkommen von ſeinem alten Vater erwartet hatte, ſo ſah er ſich diesmal bitter darin getäuſcht.
„Wie, Alfred, Du biſt es? Was führt Dich ſo ſpät hierher?“ Das waren die erſten und nicht mit dem väterlichſten Tone geſprochenen Worte, die dem
„Ankömmling entgegentönten.
Doch bevor wir den Leſer an dem folgenden Ge⸗ ſpräch Theil nehmen laſſen, halten wir es für ange⸗ meſſen, ihm erſt aus eigener Anſchauung ein Bild des Junkers Alfred zu liefern, denn bisher fanden wir
Baron Brandau. I. 2. 2
o ſtarrte


