Teil eines Werkes 
1. Theil, 2. Abt. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſten und übermüthigſten Nachbarn hatten ihn ge⸗ plündert. Das machte ihn höchſt verdrießlich, und als endlich ſämmtliche Gäſte ihn verlaſſen hatten und er in dem noch hell erleuchteten Zimmer die unbehag⸗ lichen Ueberreſte. der beendeten Schwelgerei erblickte, fühlte er ſich ſo übelgelaunt wie nie. Die beinahe vergeſſene Veranlaſſung des heutigen Tages tauchte wieder friſch in ſeinem Gedächtniß auf und aller Un⸗ muth, den er längſt verbannt zu haben meinte, kehrte in ungeſtümer Aufeinanderfolge in ſein Herz zurück. Erhitzt vom Wein, übermüdet von des Tages An⸗ ſtrengung, aufgeregt von dem Gedanken an die ent⸗ flogenen Louisd'ors, ſpiegelte ihm ſeine Phantaſie die ſchrillende Locomotive und die raſſelnden Waggons vor, die nun bald über ſeine blühenden Gefilde hin⸗ ſtürzen würden, und nie, ſeitdem ihm die Kunde die⸗ ſer Neuerung geworden, hatte er ſich ſo zerknirſcht ge⸗ fühlt wie jetzt.

Da er keinen Gegenſtand hatte, an dem er ſeinen Unmuth auslaſſen konnte, denn ſelbſt der Doktor Millinger hatte ſich ſeit einigen Stunden entfernt, blieb ihm Niemand übrig, als ſeine neu uniformirte Dienerſchaft. Er ließ ſie durch Friedrich hereinrufen und hielt ihnen eine donnernde Rede, die ſie männiglich niederſchmetterte, denn er ließ kein gutes Haar an