Teil eines Werkes 
1. Theil, [1. Abt.] (1858)
Entstehung
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ich habe mich geirrt die Todten ſeufzen uicht mehr über die Lebendigen das arme Kind wohnt ja jetzt in dem Zimmer. Auch gegen die bin ich heute Abend hart geweſen, als ich ſie nicht ſehen wollte, da ſie mich zu begrüßen kam. Mit ihr we⸗ nigſtens muß ich Freundſchaft ſchließen und Verſöhnung feiern, und das will ich thun, ehe ich mein Haupt zur Ruhe lege, damit ich wenigſtens einen Freund im Hauſe habe, der mein Herz verſteht und mich nicht verkennt, wie dieſer Doktor da.

Und er ergriff eins von den brennenden Lichtern, öffnete die ſeit Jahren verſchloſſene Tapetenthür und trat leiſe, damit Niemand ſein Thun höre, in das nahebei liegende Gemach.

Wenn der Baron erwartet hatte, ſeine neue Pflege⸗ befohlene noch wach in ihrem Zimmer und außer dem Bette zu finden, ſo hatte er ſich geirrt. Das Zimmer war leer und nichts darin verrieth die Anweſenheit eines lebenden Bewohners, wenn man nicht den Duft der in verſchiedenen Vaſen prangenden friſchen Blu⸗ men dahin rechnen will. Den Baron durchrieſelte ein kalter Schauer, als er dieſes Gemach betrat, in welchem er ſeit ſo vielen Jahren nicht wieder geweſen war. Er zögerte, einen Schritt vorwärts zu thun, denn er dachte an ſeine dahingeſchiedene Gattin, die

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