Teil eines Werkes 
1. Theil, [1. Abt.] (1858)
Entstehung
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mir gleichgültig iſt, daß meiner wahnſinnigen Schweſter Kind in meinem Hauſe lebt und hier Gott weiß was für Neuerungen und unerlebte Vorkehrungen nöthig macht oder einführt? Iſt es jetzt nicht meine Pflicht, eben ſo gut für ſie wie für meine eigenen Kinder zu ſorgen, zumal ich ihr Vormund bin und ihr Ver⸗ mögen wie das meiner Söhne in Verwahrung und Verwaltung habe? So lange ſie nicht hier war, ſo lange ich ſie nicht kannte, war das etwas Anderes, ſeitdem ſie aber mit an meinem Tiſche ſitzt, unter meinem Dache ſchläft, ſeitdem muß ich nicht allein für ihr Vermögen, ſondern auch für ihre Perſon Sorge tragen, und ich fürchte, ich fürchte, Doktor, ſie wird mir und Euch wie weiland ihre Mutter viele Mühe machen.

Der Artzt hatte dieſer überflüſſigen Ergießung ſcheinbar ruhig zugehört, aber ſein Herz klopfte, und das vor innerer Bewegung ſtarke Athmen ſeiner Lun⸗ gen ließ ſeine Schultern ſichtbar ſich heben und ſenken. Als der Baron ſeine Meinung völlig über das arme Maädchen ausgeſprochen hatte, faßte er ſich und ſprach ruhig genug, obgleich mit mühſam verhaltener Rührung:

Aengſtigen Sie ſich nicht ohne Noth, Herr Baron; wenigſtens was dieſe Ihre Nichte betrifft, ſo ſeien