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im Zorne ſchlug das kleine Mädchen ihre Geſpielin, welche zu Boden fiel. Mit einem lauten, angſtvollen Schrei ſtürzte Miſtreß Middleton hinzu und ſtammelte mit beben⸗ der Stimme:„Du weißt nicht, was Du thuſt, Du weißt nicht, was Du thueſt!“ Beſchämt und verwirrt ſah das Kind ſie an und weinte. Das Mädchen vergaß nie in ih⸗ rem Leben dieſen Vorfall und die Worte der bleichen Frau im Trauerkleide, welche die See und ihr dumpfes Brau⸗ ſen ſo gern hörte und die ein ſo wildes Entſetzen erfaßte, als ſie ihre Geſpielin im Zorne ſchlug.
Und Alice! was ſoll ich von Alicen ſagen?— Was ſagte ſie einſt von ihrer Lieblingsblume, dem Sinnbild ih⸗ res Lebens mit dem Kreuze und der Dornenkrone in den Blüthentheilen? Dieſe Pflanze, ſagte ſie, that, was ihr von Gott geboten war, in dieſer Welt zu thun; im Frühlinge brachte ſie Knospen, im Sommer Blumen; Gedanken der Freude in Tagen der Geſundheit, Gedanken der Ergebung in Tagen der Krankheit und Gedanken an Gott und den Erlöſer allezeit. So wirkte, ſo lebte Alice. Der Segen ſproßte empor, wo ſie weilte. Sie that Gutes, ſo viel ſie vermochte; ſie weinte mit den Weinenden, freute ſich mit den Fröhlichen, ſie ſpeiſ'te die Hungrigen, kleidete die Nack⸗ ten, ſie beſuchte die Kranken, die Gefangenen, unterrichtete die Unwiſſenden und betete für die Sunder. Und willig trug ſie das Kreuz des Herrn, denn„im Kreuze iſt Heil, im Kreuze das Leben und es iſt kein Heil der Seele, keine Hoffnung des ewigen Lebens, außer im Kreuze.“ Ihr ganzes Leben war ein religiöſer Dienſt. 3
Iſt ſie glücklich?— ich habe in ihren Zügen geleſen; ich habe ihr Leben beobachtet; ich ſah ſie am Bette eines Ster⸗ benden beten; ich lauſchte auf ihre Lieder bei ihrer Arbeit; ich ſah ſie mit fröhlichen Kindern ſpielen; ich ſah ſie Blu⸗ menkränze winden, aber als ſie dieſe auf ein Grab nieder⸗ legte, da wagt' ich nicht zu ſagen: ſie iſt glücklich!
Ein Mann geht täglich in die Kirche und führt zuwei⸗ len eine alte ſchwache Frau mit ſich, die er vorſichtig zu der Bank hinbringt, wo Alice ſitzt; er ſelbſt kniet etwas entfernt von ihnen nieder und lauſcht auf den Ton ihrer Stimme, wenn ſie Antwort gibt auf die Gebete. Es iſt


