Teil eines Werkes 
2 (1845) Ellen Middleton
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ten Jeſaia's:Meine Gedanken ſind nicht eure Gedanken, und eure Wege ſind nicht meine Wege, ſpricht der Herr;

ſondern ſo viel der Himmel höher iſt denn die Erde; ſo

ſind auch meine Wege höher, denn eure Wege, und meine Gedanken, denn eure Gedanken.

Bei ſeiner Ankunft am Parkthore von Hillscombe, fragte der Geiſtliche nach Mr. Middleton; er erhielt vom Por⸗ tier keine andre Antwort, als die beſtimmte Verſicherung, daß er nicht zu Hauſe ſey. Erſt nachdem Mr. Laey die feierlichſte Zuſage gegeben hatte, wie nur eine Angelegen⸗ heit von der höchſten Wichtigkeit ihn hierher führte, ließ ſich der Portier bewegen, dem Mr. Middleton ein Billet

zuzuſtellen, worin der Geiſtliche ihn um eine unverzügliche Unterredung bat, indem er Eduard einige ſich auf ſeinen

verſtorbenen Onkel beziehende Umſtände in Erinnerung brachte, welche ihm das Recht verliehen, auf Rückſicht und Achtung Anſpruch machen zu dürfen. Nach einer Weile kam der Bediente zurück und erſuchte Mr. Lacy in das Haus zu gehen. Ueber die Raſenplätze ſchreitend und die Wohnung betretend, wo die wonnigen

Glücksträume der armen Ellen ſo bald verſchwanden, ward

es dem braven Diener Gottes faſt bange und unheimlich ums Herz bei dem Gedanken an den Erfolg der wichtigen Zuſammenkunft, welcher er entgegen ging.

Mr. Laey ward in das Leſezimmer geführt und nach einigen Augenblicken erſchien Eduard Middleton. Er bat den Geiſtlichen Platz zu nehmen, deutete mit wenigen Wor⸗ ten auf die Umſtände hin, welche Mr. Lacy in ſeinem Bil⸗ lete berührt hatte und fragte ihn nach der Veranlaſſung ſeines Beſuches. Eduard's ernſtes, bleiches Antlitz, der felſenharte Ausdruck ſeiner Züge und die tiefen Falten ſei⸗ ner Stirn weiſſagten dem Geiſtlichen nichts Gutes und er⸗ ſchütterten faſt allen ſeinen Muth.

Ich kam hierher, Mr. Middleton, um eine große Pflicht zu erfüllen und ein großes Geheimniß aufzuklären. Als Diener Gottes bitte ich Sie, mich geduldig anzuhören, einen Brief zu leſen, welchen ich Ihnen von einem Tod⸗