Teil eines Werkes 
2 (1845) Ellen Middleton
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Mr. Lacy erzählte ſpäter oft, daß er damals nur mit einem Gefühle tiefer Ehrfurcht ihre Hand nahm, als ſie ihm die⸗ ſelbe, ſich erhebend, hinreichte. Er fühlte dies war ſein Ausdruck, daß ſie ſich Gott genahet hatte in dieſer hei⸗ ligen ſtillen Einſamkeit, denn wie auf Moſes Angeſicht, ſo oft er vom Herrn kam, ein Schimmer zurückgeblieben, ſo ſchien ihre Seele einen Schimmer Seines Angeſichtes mit⸗ genommen zu haben.

Es war eine ſchwere, ängſtliche Aufgabe, welche Mr. Lacy im Gefühle der Pflichten ſeines heiligen Berufes und des innigſten Mitleids über ſich genommen hatte; und ſei⸗ nes Liebeswerkes wichtigſter Theil, vor dem er ſich am mei⸗ ſten ſcheute, war noch unvollendet. Für Alice empfand er die höchſte Bewunderung; ihre Angehörigen flößten ihm das tiefgefühlteſte Mitleiden ein. Schon ehe er nach Elmsley gekommen war, hatte er ſich eine ziemlich richtige Vorſtel⸗ lung von der Lage und dem Gemüthszuſtande der Ein⸗ wohner gemacht. Er erwartete eine von Kummer nieder⸗ gebeugte Frau und eine andere an ihrer Seite zu finden, die mehr einem Engel, als einem menſchlichen Weſen glich, und er ſah ſich nicht getäuſcht. Er erwartete einen Mann zu finden, der mit gelähmtem, von Selbſtvorwürfen gequäl⸗ tem Geiſte noch immer mit einer unbezwingbaren Leiden⸗ ſchaft rang; und er hörte mit eignen Ohren die Beſtäti⸗ gung ſeiner trüben Ahnungen. Nun aber, Elmsley ver⸗ laſſend, um nach Hillscombe zu eilen, konnte er hinſichtlich des Charakters und der Gemüthsbeſchaffenheit des Man⸗ naes, den er dort aufſuchte, mit ſich ſelbſt nicht einig wer⸗ den. Ellen's Tagebuch hatte ihm eine genaue Kenntniß aller mit ihrer Geſchichte in Verbindung ſtehenden Perſo⸗ nen verſchafft; nur über den Gatten, den ſie ſo liebte und fürchtete, gegen den ſie ſo ſehr fehlte, hatte ſie ſich weniger klar ausgeſprochen. Ob er nach Grundſätzen ſtrenger Tu⸗ gend handelte, ob ein unbeugſamer Groll ihn leitete, wußte Mr. Lacy nicht zu beurtheilen, und er ſah die Schwierig⸗ keit ein, ſich, unberufen und fremd, in Sorgen zu drängen, welche Würde oder Stolz, gekränkte Liebe oder ſtarre Un⸗ verſöhnlichkeit vor jedem Auge ängſtlich verbarg und in