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in ſeinem Zimmer. Er verſchloß die Thüre und bat den geiſtlichen Herrn Platz zu nehmen. Nachdem er dieſen einige Minuten aufmerkſam angeſehen hatte, ſagte er zu ihm:
— Sie kennen meine Geſchichte?
6— Einige Umſtände derſelben kenne ich, antwortete Mr. Lacy.
— Dann wiſſen Sie auch, daß Sie mit einem Manne reden, der durch ein künſtliches Gewebe argliſtiger Verfol⸗ gungen eine Frau ums Leben brachte, die er ſo leiden⸗ ſchaftlich liebte, daß noch jetzt——
— Mr. Lovell, ich kam nicht bierher, um das Geſtänd⸗ niß einer profanen Leidenſchaft anzubören; ich kam, um Worte der Vergebung zu überbringen, deren Sie ſo ſehr bedürfen, und——
— Halten Sie ein, Mr. Lacy; Sie müſſen mich anhö⸗ ren, wenn Sie mich nicht toll machen wollen, ſagte Hein⸗ rich, ein ſchreckliches Gelächter aufſchlagend; hören Sie mich an! Ich liebe Ellen Middleton ſo gewaltig und glü⸗ hend, daß ich, räng' ich nicht ſelbſt mit dem Tode, ihr auch jetzt nicht Gerechtigkeit angedeihen laſſen könnte. Noch vor zwei Stunden würde ich die Nachricht von ihrem Le⸗ ben und ihrer Ausſöhnung mit Eduard gern mit meinem Leben bezahlt haben, ſelbſt wenn ich ſie nie mehr hätte wiederſehen dürfen— doch nun— nun, da ich weiß, daß ſie lebt, daß Sie ſie geſehen, ihre Stimme gehört ha⸗ ben, verleiht mir nur der furchtbare Kampf zwiſchen Seyn und Vergehen, Kraft und Beſinnung, Ihnen zu beweiſen, daß ich meines Verſtandes vollkommen mächtig war, als ich dieſes ſchrieb.
Er überreichte Mr. Lacy einen Brief, welchen dieſer ſchweigend in die Hand nahm.
— Ueberbringen Sie dieſen Brief an Eduard Middle⸗ ton, Mr. Lacy; Sie mögen ihn zuvor ſelbſt leſen. Wenn Eduard, nachdem er ihn geprüft, ſeinem Weibe verzeiht und mich verflucht, werde ich zufrieden ſeyn. Dann ſagen Sie ihm nur, daß ich wahnſinnig oder todt bin, denn eines von beiden werde ich gewiß ſeyn. Und ſollten Sie wieder zu ihr kommen, ſo legen Sie ihr meine Bitte ans Herz,


