Teil eines Werkes 
2 (1845) Ellen Middleton
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Wahrheit heiliges Himmelslicht über beide Hemiſphären verbreiten ſollten wozu fruchten ſie? wozu dienen ſie ſo oft? Auf dem Altare einer gierigen Selbſtſucht vergeu⸗ det, eingeengt und entwürdiget von den Feſſeln eines eng⸗ herzigen Skepticismus, ſchändet ſie der Menſch, freventlich Gefühl und Gewiſſen betäubend, im Wahnſinn ſeiner wil⸗ den Begierden. Er mißbraucht ſie zu Sklaven ſeiner Lei⸗ denſchaften, zu Werkzeugen der Sünde, und wo Gott ſprach: Es werde Licht wird nur allzu oft geantwortet:Es werde Finſterniß.

Heinrich's düſtre Geiſteskrankheit nahm mit jedem Tage überhand. Sein Verſtand war nicht gänzlich von ihm ge⸗

wichen; aber in den Augenblicken, wo er wiederkehrte, ſchien

er noch mehr zu leiden. Die Anfälle der Tobſucht waren nicht mehr ſo heftig und die Flüche und Verwünſchungen, die mit ſo grauenvoller Bitterkeit ſeinem Munde entſtroͤm⸗ ten, hatten aufgehört. Selbſt die Frage, womit er ſeine Frau und ſeine Schweſter quälte, kam nicht mehr von ſei⸗ nen Lippen; er hörte ſtillſchweigend zu, wenn dieſe ſpra⸗ chen und verſuchte ſogar einmal Alicen zuzulächeln, als ſie in munterm Ton einige liebreiche Worte an ihn richtete. Oft ſchaute er ſie ruhig an und beobachtete aufmerkſam alle ihre Bewegungen. Eines Tages ſaß ſie an ihrer Ar⸗ beit ihm gegenüber und hörte auf einmal, wie er die Worte murmelte:Nôtre Dame de Bon Secours. Mit Thränen in den Augen ſchaute ſie auf. Er erhob ſich un⸗ geſtüm und rief:Deine Thränen frommen Dir nichts! Hierauf wandte er ſich weg und ſprach einige Stunden lang kein Wort mehr.

Eines Morgens die Frühlingsſonnenſtrahlen drangen freundlich ins Zimmer und milde Lüfte erquickten die Bruſt öffnete Alice das Fenſter, das nach dem Blumengar⸗ ten ging. Ein Vögelchen, munter zwitſchernd, ſetzte ſich vor das Fenſter und umhüpfte dann einige halbentfaltete Frühlingsblumen. Alice ſchlug ein Buch auf, das auf dem Tiſche lag, und las laut folgende Verſe: