Teil eines Werkes 
2 (1845) Ellen Middleton
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mich Heinrich nicht mehr verfolgen, dort würde ich nicht mehr hören müſſen, daß Alice todt ſey und ich ſie getöd⸗ tet hätte; dort würde ich nicht mehr die Worte vernehmen, daß meine Tante mich verabſcheuen müſſe; dort würde ſie mich nie ihres Kindes wegen zur Rechenſchaft ziehen, und dort würde ich meilenweit von ihm entfernt ſeyn, den ich über alles liebte, über alles fürchtete.

Die Stunden verfloſſen und ſo oft die Glocke ertönte, fuhr ich ſchaudernd zuſammen; aber als die Nacht herein⸗ brach ward ich ruhiger. Ich hatte manches in Ordnung zu bringen, denn meine ſcheuen, ängſtlichen Einbildungen waren einer ſtarren Entſchloſſenheit gewichen. Ich ſuchte einen kleinen Mantelſack hervor und legte etwas Geld, Weißzeug, Eduard's Miniaturbild und ein kleines Gebet⸗ buch, das er mir einſt zum Geſchenk machte, hinein. Mein Huſten war ſchrecklich; er überfiel mich, als wollte er mir die Bruſt zerſprengen; aber ich lauſchte mit wilder Luſt auf den hohlen Schall und indem ich die Banknoten zählte, welche ich in meine Brieftaſche legte, ſchrieb ich auf die letzte derſelben:Für meine Beerdigung.

Es ſchlug fünf Uhr; ich warf meinen Mantel um; ſchwach ſchimmerte der Tag herein; mit zitternder Hand öffnete ich das Nebenzimmer und ſchloß die Läden auf, um noch einmal Eduard's Bruſtbild zu betrachten. Das Licht war noch immer ſo ſchwach und ſchwebend, meine ange⸗ ſchwollenen, brennend heißen Augen ſchmerzten mich ſo hef⸗ tig, daß ich kaum ſeine Züge erkennen konnte und ich ſah nur die Erſcheinung jenes entſetzlichen Augenblicks vor mir, wo ich ihn zum Letztenmale erblickte. Ich kniete nieder in heißem Gebete für ihn; es wird hinauf zum Throne des Ewigen gedrungen ſeyn, wenn Gebete aus dem Munde derjenigen Gehör finden, die für ſich ſelbſt nicht beten kön⸗ nen, nicht zu beten wagen.

Ein Geräuſch im Zimmer über mir, erſchreckte mich und trieb mich zur Eile an. Ich nahm meinen Mantelſack und ſchleppte ihn mühſam die Treppe hinab; ich öffnete die Hausthüre, ging hinaus und ſchloß ſie dann hinter mir zu. Gab es jemals eine Pein, wofür die Sprache keine Worte