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dienter ſäuberte den Kaminherd, ſchüttete friſche Kohlen auf und fragte dann:
— Erwarten Sie Mr. Middleton zur Tafel, Madam?
Ich konnte nicht nein ſagen, konnte nicht reden. Ver⸗ neinend ſchüttelte ich den Kopf und gab ihm ein Zeichen, ſich zu entfernen. Nachdem er die Thüre zugemacht hatte, warf ich mich mit dem Angeſicht auf den Boden und weinte in der Angſt meiner Seele.
Dann, zum Erſtenmale, fragte ich mich, was ich thun, wohin ich gehen ſollte? Mit irgend einem Bekannten ſpre⸗ chen, mich gegen irgend einen andern Menſchen als Eduard rechtfertigen, ſein Haus verlaſſen, um es mit der Woh⸗ nung einer Freundin oder Bekannten zu vertauſchen?— unmöglich!— Von ihm verworfen und verſtoßen, blieb mir keine andere Ausſicht, als wie ein verwundetes Thier in irgend einen Winkel der Erde zu kriechen, um dort in Ruhe zu ſterben. Ich warf einen Blick auf die Briefe vor mirv; einer der⸗ ſelben enthielt eine Einladung auf den Mittwoch der fol⸗ genden Woche. Mein und Eduard's Name waren verei⸗ nigt, wie ſie es nie mehr werden ſollten. Jene alltägli⸗ chen auf immer zerſtörten Lebensfreuden ſchwebten mir in allen ihren Einzelnheiten vor, und mein Herz empörte ſich wider mein Geſchick und haderte mit Gott. Ich öffnete den zweiten Brief; er war von Heinrich. Das Bild ſei⸗ nes ſterhenden, kinderloſen Weibes ſtand vor meiner Seele. Schaudernd las ich folgende Zeilen: „Ihre Ehre iſt vernichtet, Ihr Ruf iſt dahin, Sie ſind auf immer von Eduard getrennt! Nichts bleibt Ihnen mehr übrig, als die dargebotene Liebe meines ganzen Le-⸗ bens. Seit dem letzten Auftritt, der mich vertrieb, kehrte ich nicht wieder in mein verwünſchtes Haus zurück und werd' es auch nicht mehr betreten. So lang ich lebe, werde ich Ihnen zur Seite ſeyn; wohin Sie auch gehen mögen: ich folge Ihnen! In meinem Herzen tobt eine wilde, ſtürmiſche Freude, denn unſer Schickſal iſt in Erfül⸗ lung gegangen und von nun an müſſen wir uns einan⸗ der alles in allem ſeyn. Ellen, Abgott meiner Seele! Du


