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Villa in Hampſtead beſitzt und ich Roſa ſo bald wie⸗ derſehen werde. Ja, mich freut's nicht wenig, ſie wieder⸗ zuſehen!
— O ſie iſt in der That höchſt liebenswürdig, antwor⸗ tete Heinrich mit derſelben erkünſtelten Gleichgültigkeit. Ich weiß nicht, ob Sie vielen Beſuch dort treffen werden, auch Eduard wird, wie ich vermuthe, hinkommen; ich ſah ihn heute morgen einen Augenblick; er ſagte mir, er würde dieſen Abend mit den Moore's das Theater be⸗ ſuchen.
Er wandte ſich hierauf zu Miſtreß Middleton, flüſterte dieſer einige Worte ins Ohr, worauf ſie lachend erwie⸗ derte:„Das würde ſich recht gut machen.“
Wenn es unter den verſchiedenen Abſtufungen der menſch⸗ lichen Gefühle ein ſchmerzliches gibt, das der Freude ähn⸗ lich ſieht, ſo iſt es das Gefühl, wenn man nach der Qual einer unbeſtimmten Eiferſucht endlich etwas— wenn man ſo ſagen darf— Handgreifliches entdeckt. Plötzlich fiel mir ein, daß Roſa, wie Heinrich geſagt hatte, liebens⸗ würdig ſey, daß ſie ein hübſches Vermögen beſitze, daß ſie mehr wie jede andere im Stande ſey, Eduard zu feſſeln und meines Onkels Zuſtimmung zu erhalten. Und gerade an dieſem Abende war er bei ihr, bei ihrer Mutter, und zog ihre Geſellſchaft der unſrigen vor!— So war's ge⸗ wiß— keine Hoffnung mehr— es war zuſpät! Zu ſpät! der Klageruf bitterer Reue oder verzweiflungsvollen Schmer⸗ zes, er entſteige nun der Bruſt Derer, die Alles verloren haben, was ſie an das Leben feſſelte, oder Derer, die ver⸗ gebens ſuchen, mit zitternder Hand daſſelbe Leben feſtzu⸗ halten, das ſich los von ihnen trennt! Es war zu ſpät, um zu kämpfen— zu früh, um ſich zu unterwerfen. O warum wagte ich nicht Älles! warum ließ ich es nicht darauf ankommen! trotzt' ich nicht allen Gefahren, außer der, ihn zu verlieren!— Wenn ich je von meiner Liebe mit ihm geſprochen, wenn ich ihm die tiefe, unverſiegbare Leidenſchaft offenbart hätte, die der nur zu fühlen ver⸗ mag, der trotz allen Schreckniſſen, ohne alle Hoffnung liebt! wenn ich es nur ein einziges Mal gewagt hätte—


