Teil eines Werkes 
2 (1845) Ellen Middleton
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Ball mit uns zu beſuchen. Ich konnte nicht anders glau⸗ ben, als es geſchähe dies nur deswegen, um mich zu überwa⸗ chen; unter ſeiner ſtrengen und ſcharfen Aufſicht würde es mir unmöglich geworden ſeyn, Heinrich über die Verände⸗ rung meines Benehmens gegen ihn eine Erklärung zu ge⸗ ben. Jetzt aber, wo es nur mein Dichten und Trachten war, die Perſon ausfindig zu machen, mit welcher mein Onkel Eduard verheirathen wollte, verſchwand jede andere Rückſicht dieſem heißen Verlangen gegenüber. Nie zuvor hatte ich die Ahnung einer ſolchen Qual! Mich dünkte, als hätte die Zeit, welche noch zwiſchen dieſem und dem

nächſten Abend lag, bleierne Flügel. Die Geſtalten Hein⸗

rich's, Alicens, der Miſtreß Traey zerfloſſen vor dem Phantome, welches meine Einbildungskraft heraufbeſchwo⸗ ren hatte; mit fieberhafter Ungeduld ſah ich der Stunde entgegen, die, wie ich glaubte, meine Befürchtungen beſtä⸗ tigen oder verſcheuchen würde. Sie erſchien endlich, wie alle Stunden erſcheinen, ob wir ſie nun mit heißer Sehn⸗ ſucht herbeiwünſchen oder ob wir ihrer Annäherung mit Schrecken und Herzensangſt entgegen ſehen.

Wir gingen alſo hin und mein Onkel mit uns. Als wir in den Salon traten, war er bereits bis zum Er⸗ ſticken überfüllt und nur mit vieler Mühe gelang es uns, in der Nähe der Miſtreß Miltown und Miſtreß Brandon Platz zu finden. Heinrich unterhielt ſich mit Letzterer, als wir ihnen nahe kamen; er überließ mir ſeinen Stuhl und zog ſich in einen Winkel hinter uns zurück. Ich merkte, daß Mr. Middleton mich ſcharf beobachtete und knüpfte ein lebhaftes Geſpräch mit Miſtreß Brandon an, um mit ihm nicht ſprechen zu müſſen Er hielt es eine Zeitlang aus, klopfte dann ſanft auf meinen Arm und ſagte leiſe zu mir:Tanzen Sie mit mir, ich muß mit Ihnen ſprechen.

Ich antwortete ihm in demſelben Tone:Nein, es iſt unmöglich, laſſen Sie mich!

Schon gut; Sie werden mir ſpäter eine Erklärung darüber geben, antwortete er mit einem Ausdrucke, worin mein Gefühl und meine Einbildungskraft etwas Dietato⸗

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