Teil eines Werkes 
2 (1845) Ellen Middleton
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des Friedens und der Entſagung in einem einzigen Augen⸗ blick zerſtoben. Ich konnte mir wohl vornehmen, Eduard zu entſagen, aber bei dem Gedanken, daß er mir entſagen, daß er vielleicht eben im Begriff ſeyn könnte, ſich mit einer Andern zu verbinden, bewies mir die Angſt der Eiferſucht, die ich in meinem Herzen fühlte, daß es mir leichter ſeyn würde, alle erdenklichen Leiden zu ertragen, als ruhig meine Anſprüche auf ſeine Liebe aufzugeben. Dieſe neue Sorge überwältigte nun alle meine andern Bekümmerniſſe und Widerwärtigkeiten. Kaum waren wir nach Hauſe gekommen, als ich ſchnell in das Zimmer der Miſtreß Middleton eilte, wo ich von ihr zu erfahren hoffte was ich meinen Onkel nicht zu fragen wagte ob er bereits ein Mädchen auserſehen hätte, das er mit Eduard zu verheirathen gedächte. Sie gab mir die Ver⸗ ſicherung, daß von niemand die Rede geweſen ſey, aber ſie fügte hinzu, daß Mr. Middleton ſehnlich wünſchte, ihn verheirathet zu ſehen, und da ſie mit eben ſo großem Er⸗ ſtaunen als Bedauern heute morgen erfahren mußten, daß ich ſeine Hand ausgeſchlagen hätte, was die Lieblingsidee meines Onkels zerſtoͤrte, ſo wäre es nicht unwahrſcheinlich, daß er mit irgend einem andern Plane umginge. Hierauf bemerkte ſie mit eben ſoviel Sanftmuth als Mr. Midd⸗ leton Härte gezeigt hatte, daß ſie mein Benehmen tadelns⸗ werth und auffallend fände. Gleichwohl erwähnte ſie Heinrich's Namen nicht und widerlegte meine ſchwachen Entſchuldigungen nur mit einem tiefen Seufzer und einem ſchwermüthigen Koypfſchütteln.

Wir waren auf den folgenden Abend zu einem Balle bei Miſtreß Miltown, einer Schwägerin der Miſtreß Brandon, eingeladen. Zu meinen guten Vorſätzen gehörte auch der, die Einladung unter irgend einem Vorwande abzulehnen, denn ich wußte nicht, auf welche Weiſe ich den Befehlen des Mr. Middleton in Betreff Heinrich's nach⸗ kommen ſollte, ohne dieſen dermaßen zu erzürnen, daß ich ſchlimme Folgen zu befürchten hätte. Am meiſten ſetzte mich der Umſtand in Verlegenheit, daß mein Onkel, ganz gegen ſeine Gewohnheit, die Abſicht zu erkennen gegeben hatte, den