Teil eines Werkes 
2 (1845) Ellen Middleton
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gehört, was ihn ärgerte und verſtimmte? ich konnte nicht⸗

klug daraus werden; aber ich merkte wohl, daß er damit umging, ſeiner üblen Laune Luft zu machen, was, beiläu⸗ fig geſagt, eine ſchwere Aufgabe für einen von Natur ru⸗ higen und gleichmüthigen Charakter iſt. Wir beobachteten beide eine Zeitlang ein Stillſchweigen, das nur meiner⸗ ſeits durch ein oder zwei vergebliche Verſuche, ein Ge⸗

ſpräch anzuknüpfen, unterbrochen wurde. Er antwortete

mir auf meine Bemerkungen nur mit einem kurzen Ja oder Nein, und als der Wagen wieder den Rückweg nach London nahm, nachdem wir eine geraume Zeit auf der Pad⸗ dingtoner Chauſſee gefahren waren, ſagte er plötzlich:

Ich kann in der That nicht begreifen, wie ein jun⸗ ges Frauenzimmer von Deiner Erziehung ſich ſo benehmen kann, wie Du es thuſt. Es thut mir leid, Dir es ſagen zu müſſen, aber Du biſt wirklich eine ausgemachte Coquette, eine vollendete Comödiantin!

Wie? was meinen Sie? antwortete ich ſtotternd.

Was hab' ich denn gethan?

Mir war's bis jetzt unbekannt, entgegnete er, daß Du Eduard ausgeſchlagen haſt. Es iſt auffallend genug, daß Du weder mir etwas davon ſagteſt, noch der Miſtreß

Middleton, die doch wahrlich Dein Vertrauen verdiente.

Ich glaube wohl, Du ſchämteſt Dich und da haſt Du recht gehabt. Nach allen Aufmunterungen, die Eduard von Dir erhielt, nach allen Deinen Reden, Blicken, Deinem ganzen Benehmen nach, wie es ſich während der Zeit ſeines Auf⸗ enthaltes in Elmsley zeigte, hätte ich nicht erwartet, daß Du wie ein leichtfertiges, herzloſes Mädchen ſeine Hand⸗ ausſchlagen würdeſt.

Aufgeregt und entkräftet von Allem, was ich ſeit vier

und zwanzig Stunden auszuſtehen hatte, brach ich bei die⸗ ſen harten Vorwürfen in Thränen aus. Meinem Onkel war es zuwider, Frauenzimmer weinen zu ſehen und mehr noch ſolches Weinen veranlaßt zu haben; da er aber entſchloſſen war, mir mit großer Strenge zu begegnen, ſo brachten ihn dieſe Thränen, die ihn ärgerten, nur noch mehr gegen mich auf.