Teil eines Werkes 
2 (1845) Ellen Middleton
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des verhaßten Vertrags verhindern möchte. Ich ſchrieb an Miſtreß Traey und bat ſie auf das eindringlichſte, nicht nach Bridman zu ziehen, indem ich ſie zu überzeugen ſuchte, daß ein ſolcher Schritt unſerm beiderſeitigen Vor⸗ theile ganz entgegen wäre. Sie kam augenblicklich auf den Gedanken, daß ich mich in Sie verliebt hätte und ſchrieb mir Briefe voll der bitterſten und heftigſten Vor⸗ würfe. Kurze Zeit nachher begab ſie ſich allein nach Brid⸗ man, um ihre neue Wohnung einzurichten, ging bei dieſer Gelegenheit nach Elmsley und ſchlich ſich unbemerkt in mein Zimmer. Dieſer Tag fuhr Heinrich mit der Haſt der heftigſten Gemüthsaufregung fort war der fünf⸗ zehnte July. Die Lage meines Zimmers in Elmsley iſt Ihnen bekannt. Das Fenſter ſtand auf. Wir hörten Stimmen und Schritte auf der Veranda. Wir ſahen Sie. Ich brauche Ihnen nicht zu ſagen, was wir ſahen: gräß⸗ liche Worte entſtrömten den Lippen der Tracy!

O mein Gott, mein Gott! rief ich aus, während Heinrich, überwältigt vom Uebermaß der Aufregung inne hielt; barmherziger Gott! meine Strafe iſt größer, als ich ſie ertragen kann!

Heinrich ſprach weiter:

Ich weiß nicht, wie ich auf den Gedanken kam, ſo zu handeln, wie ich es that. Ich verriegelte die Thüre von innen, ſprang aus meinem Fenſter auf die Veranda, ſtürzte nach dem Ufer des Stromes und ſah mit einem Blick den ſchrecklichen Erfolg des Geſchehenen. Mein Blut erſtarrte vor Schrecken Ihretwegen

Wollte Gott! rief ich in ſo herzzerreißendem und lau⸗ tem Tone, daß Heinrich voll Angſt ſeine Hand auf mei⸗ nen Mund legte, wollte Gott! wiederholte ich leiſer, Sie hätten damals laut vor aller Welt verkündet, was ich ge⸗ than hatte! Wollte Gott, Sie hätten mich zu den Füßen meines Onkels geſchleppt und mich angeklagt, als

Stille, ſtille, Ellen! beruhigen Sie ſich und hören Sie mich an. Schleunigſt kehrte ich nach meinem Zimmer zurück; dort fand ich die Tracy bleich vor Schrecken und als ich ihr ſagte, daß das Kind todt wäre, rang ſie die