Teil eines Werkes 
2 (1845) Ellen Middleton
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war, einen Schilling aufzutreiben. Escourt, der ihn ſeit langer Zeit kannte, begegnete ihm an der Thüre des Ad⸗ miniſtrationsgebäudes und erzählte ihm, daß er ſo eben die beträchtliche Summe von 3500 Pfund von mir erhal⸗ ten hätte. Das Zuſammentreffen dieſer Umſtände mit meinem verſtörten Ausſehen und der Bläſſe meines Ange⸗ ſichts, meine ſchlechte Entſchuldigung in Betreff des Schlüſſels, den ich nicht bei mir zu haben vorgab, während er recht gut wußte, daß mein Vater mir denſelben kurz zuvor eingehändigt hatte, insbeſondere aber der Vorwand,

daß ich nicht nach Hauſe ginge und die Gewißheit, die er

ſich vom Gegentheil verſchaffte, indem er mir von weitem nachfolgte alles endlich vereinigte ſich, um ihm jeden Zweifel über das Vorgefallene zu benehmen. Da ſeine Schweſter gerade in London war und bei ihm wohnte, ſo hielt er es für rathſam, ſie von allem in Kenntniß zu ſetzen. Sie wiederholte mir dieſe Einzelheiten, und mit in einander geſchlagenen Armen vor mir ſtehend, fragte ſie mich:Was ſoll nun geſchehen?

Es würde Sie ermüden, wollt' ich Ihnen umſtändlich die Unterredung mittheilen, die nun erfolgte. Sie begann damit, mir die verſchiedenartigſten Vorſchläge zu machen, um mich meiner ſchrecklichen Lage zu entreißen; aber alle ihre Pläne waren illuſoriſch und unausführbar. Endlich machte ſie mir ein Anerbieten, das ſie ſchon ſeit langer Zeit beabſichtigte, und welches die Ereigniſſe dieſes Abends zur Reife brachten.

Und nun, Ellen, bin ich zu einem Punkte in meiner Er⸗ zählung gekommen, wo es durchaus nöthig iſt, Ihnen ei⸗ nige Umſtände zu erörtern, welche Ihnen allein begreiflich machen können, was dieſen ſeltſamen Vorſchlag zu veran⸗ laſſen vermochte. Meine Schweſter hat Ihnen, wie ich glaube, ſchon geſagt, daß ich als Kind der unermüdlichen Sorgfalt und Liebe dieſer Frau mein Leben verdanke. Die wahrhaft leidenſchaftliche Anhänglichkeit, die ſie für mich hatte und der Einfluß eines energiſchen, wenn auch nicht cultivirten Geiſtes gewöhnten mich, ihr mit einer Rückſicht und einer Achtung zu begegnen, welche meine Kinderjahre