Teil eines Werkes 
1 (1845) Ellen Middleton
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unruhigen und betrüben konnte, und ſo begnügte ich mich, ſie zu fragen, womit ſie in London ihre Jeit zuzubringen pflege. Sie erzählte mir von ihren täglichen Beſchäfti⸗ gungen. Einen Theil des Morgens brachte ſie in der Kirche zu. Nach dem Frühſtück erging ſie ſich auf dem Square; das junge Grün der Bäume und Bosquets, der Geſang der Vögel, die Spiele der Kinder erinnerten ſie an ihre eigenen Jugendfreuden und an ihre ländlichen Spiele. Der Beſuch und die Pflege armer und kranker Leute beſchäftigte ſie mehrere Stunden lang. Heinrich be⸗ gleitete ſie zuweilen. Ihre Antworten zeigten mir hin⸗ länglich, daß Heinrich keinen Theil nahm an dieſem ein⸗ fachen, unſchuldigen Leben..

Alice, ſagte ich zu ihr, Miſtreß Middleton wünſcht recht ſehr, Sie heute bei ſich zu ſehen.

Wirklich? es würde mir große Freude gewähren, ſie zu ſehen. Wann könnte ich hingehen? Gleicht ſie Mr. Heinrich?

Sie gleicht ihm einigermaßen, aber Sie werden ſehen, daß ſie, wie Sie, Vögel und Blumen liebt. Ich wollte hinzuſetzen: auch Kinder, aber in meinem Herzen fühlt' ich etwas, was mich zurückhielt. Kommen Sie, liebe Alice, ſetzen Sie Ihren Hut auf, wir wollen ſogleich zu ihr gehen, wenn Sie mich begleiten wollen.

Als wir Brook⸗Street erreicht hatten, ſagte ich zu Ali⸗ cen, daß wir dem Hauſe der Miſtreß Middleton nahe wären; aber ich bemerkte, bei dem Gedanken an die ſo nah bevorſtehende Zuſammenkunft, nicht das geringſte Zei⸗ chen einer Gemüthsbewegung an ihr. Kaum hätte ich erwartet, mich ſelbſt ſo ruhig zu fühlen, denn ich glaubte, daß Heinrich in ihrer Gegenwart das Vergangene vergeſ⸗ ſen müßte, und daß der Gatte dieſes ſanften Weſens un⸗ möglich mehr jener Heinrich ſeyn konnte, den ich wieder zu ſehen ſo ſehr fürchtete.

Wir traten ins Beſuchzimmer. Heinrich war bei ſeiner Schweſter. Miſtreß Middleton erhob ſich ſchnell, eilte Alicen entgegen, küßte ſie mit Herzlichkeit und führte ſie nach einem Ruhebette am Ende des Zimmers. Dann