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Bald nachher ging die Thüre auf, Alice trat ein. Ihre oollkommen ruhige Haltung gab mir mit einem Male die Selbſtbeherrſchung wieder, welche ich zuvor vergebens zu erringen ſuchte. Ich küßte ſie und ſetzte mich zu ihr mit einem Gefühle, dem ähnlich, welches man empfindet, wenn man an einem ſchwülen, ſtaubigen Sommertage in eine Kirche tritt und das blendende Tageslicht und das Welt⸗ gewühl hinter ſich zurückläßt.
Sie trug ein einfaches, braunſeidenes Kleid. Ihren Strohhut legte ſie auf den Tiſch mit einem Sträußchen Maßliebchen, welches ſie in der Hand hielt; ſie wandte ſich dann mit jenem ernſten Lächeln zu mir, das ihr ſo eigenthümlich war und ſagte:
— Ich ſehnte mich darnach, Sie wieder zu ſehen. Wie freut es mich, daß Sie gekommen ſind. Es ſchien mir, als ob die Bäume in London niemals Blätter bekämen, endlich fangen ſie an ſichtbar zu werden, und Sie ſind hier. Aber Sie ſehen bleich aus? Sie ſind doch nicht un⸗ wohl, hoff ich?
— Nein, nur ſehr müde, Alice. Ich bin London nicht gewöhnt, und der Lärm iſt mir unangenehm und betäubt mich. Aber Sie? Sie ſehen gerade aus, wie Sie vor ei⸗ nem Jahre in Bridman ausſahen!
Eine leichte Röthe überflog ihr Geſicht, als ich den Na⸗ men Bridman ausſprach.
— Ich war damals ein Kind, obgleich ein großes Kind, und nun—
Als ſie inne hielt, fügte ich hinzu:„Und nun eine Frau, und eine glückliche Frau, wie ich hoffe, Alice.“
Sie ſah mich mit ihren großen, blauen Augen an; es ſchien mir, als entſchlüpfte ein ſchwacher Seufzer ihrer Bruſt und ſie antwortete mit einer Stimme, die ſo leiſe klang, daß ich kaum die Worte vernehmen konnte:„Gott iſt überall!“
Nach dieſer Antwort fand ich nicht den Muth, von Heinrich, von ihrer eigenen Familie und von den Umſtän⸗ den mit ihr zu ſprechen, die ihre Verheirathung begleite⸗ ten. Ich meinte, alles vermeiden zu müſſen, was ſie be⸗
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