Teil eines Werkes 
1 (1845) Ellen Middleton
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144 X.

Am folgenden Tage, nach dem Frühſtück, ſagte mir Miſtreß Middleton, daß ſie ein Billet von Heinrich em⸗ pfangen habe; er fragte ſie, wann und wo ſie ihn em⸗ pfangen wollte. Meine Tante antwortete ihm, daß ſie ihn gegen zwei Uhr erwarte. Was mich betraf, ſo hielt ſie es für rathſam, daß ich bei dieſer erſten Zuſammen⸗ kunft nicht zugegen wäre. Ich bat ſie ſogleich, mich Alice beſuchen zu laſſen, während Heinrich nicht zu Hauſe wäre, um jene auf den Beſuch vorzubereiten, welchen ihr, wie ich wußte, meine Tante dieſen Nachmittag machen wollte; eigentlich beabſichtigte ich, ſie mit nach Brook Street zu bringen. Ich fühlte, daß es beſſer wäre, wenn ich Hein⸗ rich in Gegenwart ſeiner Frau wiederſähe. Miſtreß Midd⸗ leton ſtimmte mir bei. Nach Verlauf einer Stunde hörte ich an die Thüre des Hauſes klopfen, und nachdem ich mich überzeugt hatte, daß Heinrich ſich bei ſeiner Schwe⸗ ſter befand, ſtieg ich in den Wagen und fuhr in die Straße.

Alice war nicht zu Hauſe, aber Heinrich's Bedienter ſagte mir, daß, wenn ich eintreten wollte, ſo würde er ſie von meinem Beſuche benachrichtigen. Ich folgte ihm. Wir ſtiegen eine enge, mit einem Teppich belegte Treppe hin⸗ auf; er öffnete die Thüre eines kleinen Salons und ließ mich allein. Ich ſetzte mich auf den nächſten Stuhl, um den ſchnellen Schlag meines Herzens zu beſänftigen; dann ſah ich mich um und betrachtete Alicens Zimmer. Es war, wie die meiſten Zimmer in London, möblirt, wenn nicht eine beſondere Sorgfalt auf die Ausſtattung verwendet worden war; da ſtanden blaugeſtreifte Sopha's und Stühle, ein großer Tiſch und ein kleiner Tiſch, blaue und Mus⸗ linvorhänge und das war alles. Aber die ſchönſte Ord⸗ nung herrſchte überall. Auf dem Tiſchchen am Fenſter lagen dieſelbe Bibel und daſſelbe Gebetbuch, welche ich in dem kleinen Cabinet in Bridman geſehen hatte; auf dem runden Tiſch ſtanden Blumen in einem Glaſe und ein Körbchen mit Näharbeit. Es war kein Feuer im Kamin und das Zimmer ziemlich kalt.