Teil eines Werkes 
1 (1845) Ellen Middleton
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Sie dürfen mich nicht lieben; Sie reden vergeblich von Liebe mit mir! rief ich aus; ich ſagt' es Ihnen, ich kann nicht Ihre Frau werden! Fragen Sie mich nicht weiter! ich bitte Sie um Gotteswillen, dringen Sie nicht in mich! Ich bin ſchon unglücklich genug!

Ellen! Ellen! mit dieſen Gefühlen konnten Sie von Heinrich und ſeiner Heirath ſo mit mir ſprechen, wie Sie es gethan haben?

Heinrich! ich denke nicht an Heinrich, ich ſpreche nicht von Heinrich, ich mache mir nichts aus ihm, ich liebe ihn nicht, liebte ihn nie; ich würde vielleicht nicht ſo unglücklich ſeyn, wenn ich ihn geliebt hätte.

Eduard ſchwieg einen Augenblick; dann ſagte er mit: 2 8)

einem tiefen Seufzer:

Gott gebe, Ellen, daß Sie wahr geſprochen! Es iſt gleich ſchwer, Ihnen zu glauben und Ihnen nicht zu glauben! 1

Denken Sie nicht mehr an mich, laſſen Sie mich, Eduard, laſſen Sie mich! Ich habe Ihnen die Wahrheit geſagt. Ich liebe Heinrich nicht, ich betheure es Ihnen feierlich, daß ich ihn nicht lie e aber ich kann Ihre Frau nicht werden: auch das iſt Wahrheit!

Weshalb denn dieſe Thränen? ſagte Eduard ſtreng. Wozu denn dies Comödienſpiel? Warum ſagen Sie mir nicht ruhig und rund heraus, daß ich Ihnen gleichgültig bin, ſtatt mich zu täuſchen und mich in demſelben Augen⸗ blick in dem Glauben zu laſſen, daß Sie mich lieben, wo Sie ſich weigern, mir anzugehören.

Schmerzerfüllt barg ich mein Angeſicht in meine Hände, während er mir dieſe bittern Worte ſagte. Comödienſpiel nennt er es, ſprach ich zu mir Und mich hält er für eine Comödiantin! er meint, es ſey nichts Wahres in mir! Was würde er erſt von der Erzählung meiner Schuld und meines Grames denken? Wie ſollte er die Wahrheit im bebenden Tone meiner Stimme erkennen? Und wie deer hah de eines ſtolzen, tief verletzten Gemüths be⸗ greifen?

Langſam erhob ich den Kopf. Eduard war verſchwun⸗

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