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ſchien mir wie ein Urtheil ewiger Verdammniß. Ich ſank ohnmächtig nieder Als ich wieder zu mir kam, befand ich mih mit meiner Tante und dem Dorfarzte in der Sacriſtei. Doch bald darauf war ich im Stande, mit Miſtreß Middleton nach Hauſe zu fahren.
Als ich Eduard wieder ſah, benahm er ſich ſanft und liebevoll gegen mich; ich ſelbſt fühlte mich ſo angegriffen durch dieſen fortwährenden Wechſel von Furcht und Hoff⸗ nung, daß ich nur Ruhe fand in der übermäßigen Er⸗ ſchöpfung. Ich war entſchloſſener als jemals, nie in eine Verbindung mit Eduard zu willigen, und dieſer Entſchluß verlieh mir eine gewiſſe ſchwermüthige Ruhe, welche mir vergönnte, beſonnener mit ihm zu ſprechen. Dabei dachte ich, daß ich mir durch dies eine große Opfer das Recht e werben würde, die Tröſtungen der Religion zu ſuchen, nach welchen meine Seele, beſonders nach den Schrecken, welche ihr der Gottesdienſt dieſes Tages eingeflößt, ſo heiß verlangte. Ich ſcheute mich aber vor dem einen Schritt, der mir wahren Frieden wieder gegeben haben würde. So oft ich darüber nachdachte, in welche Worte ich die Erzählung von Juliens Tod einkleiden ſollte, ſchwebten mir Eduard's Züge vor, in welchen ich ein ſtrenges Verdammungsurtheil und den Ausdruck des Ab⸗ ſcheues und Entſetzens zu erkennen glaubte; oder, was noch ſchlimmer war, ich befürchtete ihn vielleicht ungläubig zu finden, ich befürchtete, ihn nicht zu überzeugen, daß man bei einer Handlung, worin kein Verbrechen lag, ſo beſorgt eyn könnte, ſie zu verbergen. Wenn ich mir dies alles vorſtellte, und die namenloſen Leiden eines ſolchen Augenblicks vorausſah, rief ich in meiner Herzensangſt immer wieder:„Nein, nie, nie werd' ich ſein Weib! und auch nie enthülle ich ihm das Geheimniß, damit er ſich nicht mit Grauſen und Abſcheu von mir wegwende.“
Den folgenden Morgen wollten wir nach London rei⸗ ſen. Am Abend, bevor wir uns trennten, folgte mir Eduard ins Muſikzimmer, wo ich einige Bücher ausſuchte und bei Seite legte, um ſie mit mir auf die Reiſe zu neh⸗


