Teil eines Werkes 
1 (1845) Ellen Middleton
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Buches weiße Seite die Worte, welche ich mir bei dieſem Geſchenke Eduard's nicht mehr aus dem Sinne ſchlagen konnte:Hüten Sie ſich! ich kenne Ihr Geheimniß! und nun ſtanden ſie vor ſeinen Augen, er las ſie; nun mußte es zu einer Erklärung kommen, und alles, was ich zuvor gelitten hatte, war nichts im Vergleich mit dem, was ich mir nun freiwillig aufzuerlegen im Begriff ſtand.

Er wandte ſich zu mir und ſagte lächelnd:Was be⸗ deuten dieſe geheimnißvollen Worte?

Ich glaubte zu träumen, aber in dieſem Traume ſchien ſich eine Centnerlaſt von meiner Bruſt zu löſen. Ich lachte krampfhaft und antwortete:ſie bedeuten nichts! Dies war zum erſten Male, daß ich Eduard eine Lüge ſagte.

Er bemerkte, daß ich das Buch ſehr aufmerkſam geleſen haben müßte, da er ſo viele Stellen darin bezeichnet fände. Nie hätte er, fügte er hinzu, etwas in einem Buche an⸗ geſtrichen: ſo Etwas wäre ihm nie eingefallen. Und er gab es mir zurück. Mich dünkte, die Luft wäre leichter, der Himmel blauer geworden, und meine Füße berührten die Erde wie durch Zauberkraft.

Am Abende ſah ich Eduard wieder. Ich ſchaute ihm ins Angeſicht und ſprach mit ihm, wie ich ſeit beinahe zwei Jahren nicht mit ihm geſprochen hatte. Ich war ſo fröhlich und heiter geſtimmt, wie ehemals; mit Freude nahm ich wahr, daß auch ihn die beſte Laune beſeelte, daß er Miſtreß Middleton erſuchte, ſtatt ſeiner mit dem Onkel Schach zu ſpielen und ſich nicht mehr von meiner Seite entfernte, bis ich das Geſellſchaftszimmer verließ. Ich fühlte mich überglücklich bis zu dem Augenblicke, wo ich mich allein in meinem Zimmer befand und den Kopf auf das Bettkiſſen legte. Nun aber kam die Erinnerung in ihrer ganzen Bitterkeit wieder. Kannte er mein Geheim⸗ niß nicht, ſo kannte es ein anderer; liebte er mich, wie ich es nun glaubte denn ich gedachte des Briefes an Heinrich, den ich ſo lange mißverſtanden hatte, und deſſen wahren Sinn ich nun begriff liebte er mich wirklich, ſo durfte ich ihm nicht länger die Wahrheit verbergen; und dann, dann würde er mich verachten, mich haſſen,