Teil eines Werkes 
1 (1845) Ellen Middleton
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waren, war er nur ernſt; einige einfache Worte aus ſei⸗ nem Munde trafen mit einer Gewalt der Verurtheilung, die jeden Widerſtandsverſuch niederſchmetterte. Als Kind empfand ich Furcht vor Eduard, und er hatte meinen Cha⸗ rakter nie vollkommen begriffen; jetzt, wo ich ſo ſehr Ur⸗ ſache hatte, ihn zu fürchten, fühlte ich mich einigermaßen leichter in ſeiner Nähe; ich gab nicht mehr in ſeiner Ge⸗ genwart allen meinen Gefühlen Worte, hielt den Erguß meiner Gedanken vor ihm zurück und fürchtete ſonach we⸗ niger die Strenge ſeines Urtheils.

Während der folgenden zwei oder drei Wochen, die er in Elmsley zubrachte, fühlte ich mich in ſeiner Nähe, wie ein Verbrecher vor ſeinem Richter. Seine Strenge war Gerechtigkeit, ſeine Milde Großmuth und im Ton ſeiner Stimme, im zärtlichen Ausdruck ſeiner Augen las ich die ſtumme Gewährung einer ſtillſchweigend erflehten Gnade. Dies Verhältniß verlieh damals meinem Aeußeren, ich möchte ſagen, mein em Charakter, eine Demuth, eine Un⸗ terwürfigkeit, die in keiner Hinſicht erkünſtelt, und mir dennoch nicht eigenthümlich waren. Eduard's Charakter war despotiſch und unbeugſam. Stets ſeinem Gewiſſen folgend, immer genau und ſtreng in der Ausübung aller ſeiner Pflichten, verlangte er von andern, was er ſich ſelbſt auferlegte; er ließ keinen Vorwand zu, geſtattete keine Ausflucht und ſtellte die Schwäche, die in der Aus⸗ übung deſſen, was gut und recht iſt, vor Leiden zurück⸗ weicht, der Schwäche gleich, die ſich den Verführungen der Luſt und den Verſuchungen des Laſters hingibt. In vieler Hinſicht war er meinem Onkel nicht unähnlich, aber doch war der Unterſchied zwiſchen beiden unverkennbar. Eduard's Gefühle waren viel kräftiger. Es war unmög⸗ lich, die Gedankentiefe, die ſich in ſeinen Augen und auf ſeiner bleichen, hohen Stirne kund gab, wahrzunehmen, ſeiner Stimme Ton zu hören, wenn er mit denen ſprach, die er liebte, die Röthe zu ſehen, die langſam die Wangen übergoß, wenn er von irgend einer Handlug der Tugend, des Heldenmuths oder der Selbſtbeherrſchung ſprach, ohne uͤberzeugt zu werden, daß alle Kräfte des Herzens