Teil eines Werkes 
1 (1845) Ellen Middleton
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den Ohren, und in der Tiefe meines Herzens empfand ich ein ſeltſames Gefühl von Wonne und Weh. Bald darauf befand ich mich allein in meinem Zimmer; meine Füße ruhten auf der Kaminplatte, meine Augen ſtarrten auf die Nühende Aſche; ich wiederholte hundert Mal die einfachen

orte:Wie geht es Ihnen, Ellen? Dann dachte ich daran, daß er alles wußte, daß er alles geſehen, daß er Elmsley verlaſſen hatte, weil ihm der Aufenthalt un⸗ erträglich geworden war. Ich erbebte, verbarg mein Ge⸗ ſicht mit beiden Händen und ſeufzte, als wollte mir das Herz zerſpringen. Da kam mir ein neuer Gedanke in den Sinn, der mich ungemein beruhigte. Ich wollte ihm alles geſtehen, ſeiner Entſcheidung anheim ſtellen, was ich thun ſollte, ihr wollte ich mich unbedingt unterwerfen und ver⸗ langte ſie auch von mir, daß ich Niemand mehr von al⸗ len, die ich liebte, wiederſehen und von nun an mein gan⸗ zes Leben in Einſamkeit und Buße zubringen ſollte.

Die Glocke läutete; es war Zeit zum Ankleiden; mein Kammermädchen trat ins Zimmer mit einem Muslinkleid auf dem Arm und einigen Camelias in der Hand; mein Herz ward ſo unruhig bewegt, als ob ſich ankleiden, hin⸗ abgehen und ſich zu Tiſche ſetzen, geſtern ſo verſchiedene Dinge geweſen wären von dem, was ſie heute waren, wie die nüchternſte Proſa von der erhabenſten Poeſie.

Ich öffnete die Thüre des Leſezimmers; Eduard ſaß darin, mir den Rücken zukehrend, und befand ſich in leb⸗ haftem Geſpräche mit Herrn Middleton. Als ich näher trat, hörte ich, wie er ſagte:Wenn ich mich davon über⸗ zeugen könnte, ſo würde nichts auf Erden mich ſo glück⸗ lich machen.

Als mein Onkel in dieſem Augenblicke den Kopf um⸗ wandte, machte er dieſelbe Bewegung und eine Feuerröthe übergoß ſein Geſicht, als er mich ſah. Ich ſetzte mich auf das Sopha neben dem Kamin; alles in dieſer alten Bi⸗ bliothek erſchien mir neu. Ich verlangte nicht darnach, daß Eduard mit mir ſpräche; im Gegentheil, ich fühlte, daß er da war, daß ich jeden Augenblick die Augen er⸗ heben und den ſeinigen begegnen konnte, das war mir ge⸗