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ſie meiner Vermuthung nach, an der ganzen Sache ge⸗ nommen hat.
— Aber auf welche Weiſe kann ihre Großmutter, wenn dem ſo iſt, ihr Benehmen gegen ſie rechtfertigen?
— Gott weiß es, antwortete ich; wenn Sie mich aber lieben, gute Tante, wenn Sie mich glücklich ſehen wollen, wenn meine Bitten einiges Gewicht für Sie haben—
— Wenn ſie haben, Ellen?
— Nein, nein! rief ich aus; nicht wenn, denn ich weiß, Sie lieben mich und meine Bitten haben Gewicht für Sie; ich weiß, Sie werden Alles aufbieten, daß Hein⸗ rich mit Alicen glücklich werde. Ich würde keinen ruhi⸗ gen Augenblick haben, wenn ich ſie nicht glücklich wüßte.
— Engel! ſagte meine Tante, indem ſie ihre Lippen auf meine Wange drückte.
— Nennen Sie mich nie mit dieſem Namen, ſprechen Sie das Wort nicht mehr aus, ich kann's nicht ertragen! Nicht falſche Beſcheidenheit, nicht Demuth iſt es— ich kann Ihnen nicht alles erklären, und wahrlich, ich weiß nicht, ob ich mich ſelbſt begreife, oder Heinrich, oder ſonſt etwas. Aber alles, was ich weiß, iſt, daß, wenn Alice Tracy ſeine Achtung gewonnen, ſeine Liebe erhalten hat, ſo werd' ich ſie mein ganzes Leben lang dafür ſegnen— ſie wird mich vor unendlichem Elend bewahrt haben. O meine liebe Tante, ſchreiben Sie an Heinrich, ſchreiben Sie an Alice, heute noch, gleich, warten Sie die Erlaub⸗ niß meines Onkels nicht erſt ab. Schreiben Sie auf der Stelle!
Ich nahm das Schreibzeug, und Papier und Federn zurechtlegend, blieh ich in banger Erwartung vor ihr ſte⸗ hen. Sie ſeufzte ſchwer und ſagte:
— Ellen, wirſt Du nie offen gegen mich ſeyn? Wenn Heinrich Dir gleichgültig war, was quälte Dich denn kürz⸗ lich ſo ſehr? Warum ſind Deine Wangen bleich und Dein Gang unſicher? Du betrügſt Dich ſelbſt, mein Kind, Du liebſt Heinrich, und nur Aufregung iſt es, die Dir in die⸗ ſem Augenblicke eine erkünſtelte Kraft verleiht.


