Teil eines Werkes 
1 (1845) Ellen Middleton
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die ſich um den Pfeiler ſchlangen, woran ich gelehnt ſtand, verbreiteten verſchwenderiſch ihre ſüßeſten Düfte; ſie ſchienen fröhlich ihre anmuthigen Häupter wieder emporzurichten, die der Sturm niedergebeugt hatte.

Ich hatte meinen Sommerhut hinter mich gelegt, um die erquickende, balſamiſche Luft freier einzuathmen und war ſo ganz verſunken im Anblicke des herrlichen Schauſpiels, das ſich vor meinen Augen entfaltete, daß ich erſt wieder aus meinen Träumen erwachte, als zum zweiten Male mein Name gerufen wurde. Ich wandte mich um, und erblickte Julie, die auf der Bruſtlehne ſtand und ſich nur mit einem, um eine Säule geſchlungenen, Arm fefſthielt. Schaudernd beim Anblick der Gefahr, in welcher ſie ſchwebte, gebot ich ihr, herabzuſteigen, und da ſie ſich weigerte, mir zu gehorchen, nahm ich ſie raſch in meine Arme und trug ſie herunter. Sie erhob ſogleich ein durchdringendes Ge⸗ ſchrei und klagte, daß ich ihr wehe gethan hätte. Zu glei⸗ cher Zeit entlief ſie mir in den kleinen Saal, in welchem eine der Vertiefungen einen Erker an der Außenſeite des Gebäudes bildete. Ein kleines Fenſter, das nach der Ve⸗ randa ging, ſtand in dieſem Augenblicke halbgeöffnet hinter der herabgelaſſenen Jalouſie, ſo daß ich, ohne horchen zu wollen, von dem Orte, wo ich mich befand, alles, was in der Vertiefung geſprochen wurde, deutlich hören konnte. Ich vernahm, wie ſich Julie mit einer vor Zorn bebenden und von Thränen erſtickten Stimme bei ihrer Mutter über meine harte Behandlung beklagte. Zugleich erzählte das Kind den Vorfall auf eine ganz und gar entſtellte Weiſe. Im erſten Augenblick war ich Willens hineinzugehen, um Julie Lügen zu ſtrafen; aber der mir angeborene Stolz, der mich ſtets jede Aufklärung zu meiner Rechtfertigung verſchmähen ließ, geſtattete mir nicht, dieſer erſten Regung zu folgen; überdieß vernahm ich zu gleicher Zeit die Stimme der Miſtreß Middleton, die leiſe aber lebhaft mit ihrem Mann ſprach.

Das kann nicht ſo fortdauern, ſagte ſie, dieſe Kinder müſſen getrennt werden und je früher, je beſſer. Was