Teil eines Werkes 
1 (1845) Ellen Middleton
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errichtet, folgte den Krümmungen des alten Gebäudes; während ſie an dem einen äußerſten Ende in gleicher Linie mit dem Boden hinlief, beherrſchte ſie an dem andern einen tiefen Abgrund. Dieſer erſtreckte ſich bis an den Rand eines reißenden Stromes, deſſen Wellen ſich ſchäumend am Fuße des Berges brachen, auf welchem das Hgaus erbaut war. Auf dieſer Seite lief die Galerie bis zu einer ſteilen Treppe aus, deren ungleiche, ſteinerne Stuſen ganz von Moos überwachſen waren. Das Hinabſteigen war jeder⸗ zeit mühſam; gefährlich ward es nach einem Regen, wel⸗ cher den Weg ſchlüpfrig machte, der zum Ufer des Stro⸗ mes in der Tiefe führte. Ein breiterer Fußpfad, der vom andern äußerſten Ende der Veranda auslief, führte in zahl⸗ reichen Krümmungen bequemer nach derſelben Stelle.

Die Ausſicht, welche man von dieſem Balcon aus hatte, war eine der bewundernswertheſten, die man ſich denken kann. In der erſten angenehmen Fruͤhlingsluft, wie bei der ſtillen Gluth eines Sommernachmittags, im. Glanze der untergehenden Herbſtſonne, wie inmitten des erhabenen Anblicks eines Winterſturmes gefielen wir uns in der An⸗ ſchauung der herrlichen Landſchaft, die ſich in ſtets neuem, wechſelndem Reize vor unſern Augen entfaltete. Es war ein anmuthiges Gemiſch von Gehölzen, Bächen, Hügeln, hier und da zerſtreuten Landhäuschen, als ob die Laune eines Malers ſie dahingeſetzt hätte! Das Ganze bildete eines jener Gemälde, woran man ſich nicht ſatt ſehen kann und welche nicht leicht aus der Erinnerung ſchwinden.

An einem jener ſchönen, hellſtrahlenden Tage, wo man, jeder Sorge enthoben, ſich ſo gerne dem vollen Genuſſe ſeines Daſeyns hingibt, ſtand ich an einem Pfeiler der Galerie gelehnt, von der ich eben geſprochen. Die Nacht war ſtürmiſch geweſen, der Regen hatte ſich in Strömen ergoſſen; aber in dieſem Augenblicke war kein Wölkchen mehr am Himmel ſichtbar. Jener durchſichtige Duft, der in England den Glanz eines heißen Sommertages um⸗ ſchleiert, ohne ihn zu verdunkeln, erhob ſich leicht am fernen Horizonte. Nichts ſtörte die Stille der Natur, als das unermüdliche Geſumſe der Inſekten. Roſen und Jasmin,