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ſie ſagt, ſie befinde ſich heute viel beſſer; ſie fühlt ſich ſo kräftig, daß ſie aufgeſtanden iſt und im Zimmer herum⸗ geht; aber ich glaube, dieſe Kraft iſt nur eine Fieberauf⸗ regung, denn ihre Wangen ſind roth wie Carmoiſin, und es ſcheint, als ſey ſie nicht im Stande, zwei Minuten auf derſelben Stelle zu bleiben.“
— Man hütte dieſe unbeſonnenen Kraftanſtrengungen heenern ſollen, bemerkte Herr Lacy; es kann ihr ſehr
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— Wohl wahr, hochwürdiger Herr, aber da helfen keine Vorſtellungen, wenn ſie ſich einmal etwas in den Kopf ge⸗ ſetzt hat. Gewöhnlich iſt ſie ſo ſanft wie ein Lamm; ſie zankt niemals und beklagt ſich über nichts. Wandelt ſie aber irgend eine Laune an in Betreff eines Vorſchlags, den man ihr macht, oder eines Rathes, den man ihr ertheilt, ſo wird ſie bitterböſe. So eben noch ſagte ihr Miſtreß Denley, die Sie, hochwürdiger Herr, der Straße herab⸗ kommen ſah— Miſtreß Denley war hinaufgegangen, um nach dem Feuer zu ſehen,—„da kömmt Herr Lacy, Mi⸗ ſtreß Rodney; ich glaube, er wünſcht mit Ihnen zu ſpre⸗ chen.“ Da wandte ſie ſich unwillig um und ſagte:„Wenn man mich auf dieſe Art quält, ſo zieh' ich auf der Stelle aus.“ Und das ſagte ſie ſo ungeſtüm, daß Miſtreß Den⸗ ley vor Schreck den Kohlenkorb aus der Hand fallen ließ. Wollen Sie aber nicht hereinkommen, hochwürdiger Herr?
— Nein, ich kam bloß, um mich nach der Geſundheit der Miſtreß Rodney zu erkundigen. Da ſie überdieß nach Allem, was Sie mir eben ſagten, durchaus nicht geneigt ſcheint, mich zu ſehen, ſo bin ich auch nicht Willens, deß⸗ halb bei ihr anfragen zu laſſen.
Am nächſten Sonntage, einige Minuten nach dem Be⸗ ginne des Abendgottesdienſtes, bemerkte Herr Lacy, wie die arme, junge Frau, deren Schickſal ihm die ganze Woche über nicht aus dem Sinn gekommen war, leiſe an ihren gewöhnlichen Platz ſchlüpfte. Ihre abgemagerte Geſtalt und der Schimmer ihrer Wangen verriethen den raſchen Fortſchritt einer ſchlimmen Krankheit. Indem Herr Lacy die Stufen der Kanzel binanſtieg, bat er zu Gott, daß


