Teil eines Werkes 
1 (1845) Ellen Middleton
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Nach der Predigt blieb Herr Lacy ſo lange in brünſtigem Gebete, bis der letzte der Gläubigen ſich entfernt hatte. Als er langſam einen der Seitengänge der Kirche herabkam, verweilte er vor dem Platze, wo Miſtreß Rodney einige Tage zuvor geſeſſen hatte. Während er nachſann über das, was ihm Miſtreß Denley von der Fremden erzählt hatte, bemerkte er einige mit Bleiſtift auf den Pfeiler, auf den ſie ſich zu ſtützen pflegte, geſchriebenen Zeilen. Die Schriftzüge waren ſo undeutlich, daß er die größte Mühe hatte, ſie zu entziffern. Endlich gelang es ihm doch. Die Worte lauteten ungefähr:

Mein Herz blutet, mein Geiſt iſt verwirrt, meine Seele iſt von Schmerz niedergebeugt. Ich fühle mich hülf⸗ los und verlaſſen. Schreckbilder, ſchaurige Geſichter, Hohn⸗ gelächter umgeben mich. Tod, Finſterniß, Hölle treiben mich zum Abgrund des Wahnſinns.

Es wäre ſchwer, die ſeltſame Gemüthsbewegung zu be⸗ ſchreiben, welche Herr Lacy empfand, als er die Ausdrücke einer Verzweiflung las, die ſo auffallend mit der Freude und dem Frieden im Widerſpruch ſtanden, von welchen ſein eignes Herz erfüllt war. Nach einigen Minuten der Ueberlegung zog Herr Lacy ein Bleiſtift und ein Stückchen Papier aus der Taſche und ſchrieb die Zeilen ab, die er ſo eben geleſen. Hierauf löſchte er ſie ſorgfältig von dem Pfeiler aus, und verließ die Kirche, indem er bei ſich über⸗ legte, auf welche Weiſe er wohl Zutritt bei Miſtreß Rod⸗ ney erhalten könne. Es ſchien ihm nicht unwahrſcheinlich, daß, wenn ſie erfahren könnte, daß er die Ausbrüche der Verzweiflung, womit ihn der Zufall bekannt machte, gele⸗ ſen hätte, ſie weniger abgeneigt ſein würde, ſeine Hülfe in Anſpruch zu nehmen. Wie ſollte er ſie aber von die⸗ ſem Umſtand in Kenntniß ſetzen, ohne ihr Zartgefühl zu verletzen? Als er ſich vor dem Hauſe befand und an der Thüre geklopft hatte, war er noch unentſchloſſen, was er thun ſollte. Mary Evans, das junge Mädchen, welches Miſtreß Rodney bediente, erſchien auf der Schwelle und als Herr Lacy ſich nach der Geſundheit der Fremden er⸗ kundigte, antwortete ihm Mary: Nun hochwürdiger Herr,