Teil eines Werkes 
1 (1845) Ellen Middleton
Einzelbild herunterladen

zimmer, ohne Freunde, vielleicht gefährlich krank, wahr⸗ ſcheinlich mit irgend einem herben Seelenleiden kämpfend und welche dennoch den Troſt der Religion verſchmäht! ſprach Herr Lacy mehr zu ſich als zu Miſtreß Denley. Haben Sie, fügte er hinzu, haben Sie nicht vielleicht Grund, zu vermuthen, daß die unglückliche Frau, obſchon ſie fleißig die Kirche beſucht, nicht unſerer Glaubensgemeinde angehöre?

Nein, hochwürdiger Herr, das glaub' ich nicht. Sie beſitzt ein Gebetbüchelchen, das ich zuweilen auf ihrem Tiſche liegen ſehe.

Nun, meine liebe Miſtreß Denley, ſagte Herr Lacy nach einem Augenblick der Ueberlegung, laſſen Sie uns zuſammen beten, daß Gott in ſeiner unendlichen Barmher⸗ zigkeit das Herz der jungen Frau lenke, damit ſie die Heilmittel nicht länger zurückweiſe, die Er ſelbſt uns vor⸗ geſchrieben. Morgen, wenn wir im Hauſe Gottes nie⸗ derſinken werden, um mit unausſprechlicher Wonne den Ruhm der trimphirenden Kirche zu feiern, wenn wir geden⸗ ken werden der Seligkeit Derer,welche den ſteilen Weg zum Himmel erklommen unter Gefahren, Aengſten und Schmerz dann wollen wir mit inbrünſtigem Gebete uns zu Gott wenden, daß er dieſem leidenden Schafe der Heerde die Gnade verleihe, auf dem Wege zu wandeln, der ſeine Hei⸗ ligen zum Himmel geführt.

Ja, das wollen wir, hochwürdiger Herr, erwiederte die fromme alte Frau mit Thränen in den Augen. Wol⸗ len Sie es aber nicht einmal verſuchen, ſie zu ſprechen?

Ich kann ſie aber nicht wider ihren Willen beſuchen, antwortete Herr Lacy; aber ich will täglich vor Ihrem Hauſe vorübergehen, um mich nach ihrer Geſundheit zu erkundigen. Ich habe das feſte Vertrauen, daß die Stunde kommen wird, wo ſie ihre Thüre Denjenigen nicht mehr verſchließt, welchen der Herr die Vollmacht verliehen, den Unglücklichen Worte des Friedens und den Sündern Hoff⸗ nung auf Gnade und Vergebung zu bringen. Alles was Sie zu thun vermögen, um dieſen Augenblick zu beſchleu⸗