Teil eines Werkes 
6.-8. Bändchen (1853)
Entstehung
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hinziehenden Schwäche, die die Folge davon war, ver⸗

folgten ſie ihn unabläſſig und zwangen ihn, zu horchen. Aber es war Schrecken, nicht Reue, Gewiſſensangſt, nicht Buße, was ihn überwältigte; ſeiner Gattin letzter ächzender Seufzer ſeiner Tochter Blick, als er an jenem Tage ſich ihr näherte, ſchwebten ihm immerdar vor der Seele. Dachte wohl Gertrude, er habe durch jene Scene, die für ſie ſo verhängnißvoll war, ihre Mutter getödtet? Dieß war die Frage, die er ſich im⸗ merwährend ſelbſt vorlegte, und ſeine Erinnerung ward verwirrt, und ihm war, als ob jenes ernſte, ſchöne Geſicht, das er nie mit Freude angeblickt hatte, und das er jetzt wieder zu erblicken ſich ſehnte, ihn mit ſei⸗ nen ſchweigenden Vorwürfen unaufhörlich verfolge und in alle Ewigkeit verfolgen werde.

Als er nach Schloß Lifford zurückkam, wurde die⸗ ſer Eindruck ſtärker als je zuvor. Er ſchloß ſich ſelbſt im ehemaligen Zimmer ſeiner Gemahlin ein, und weigerte ſich, irgend Jemand zu ſehen. Einmal wurde Herr Erving zu ihm eingelaſſen und ſondirte die Wunden, die ſo lange unter einer eiſigen Oberfläche verborgen worden waren. Er maß ihre Tiefe nicht, aber er errieth, daß ſie ſehr tief ſeien. Lord Lifford hatte lange Zeit alle religiöſen Pflichten verabſäumt, und allem Anſchein nach überließ er ſich jetzt einer vollſtändigen Verzweiflung. Nichts hob ihn aus dieſer düſteren Niedergeſchlagenheit, dieſem ſchweigenden Stumpfſinn empor, ausgenommen gelegentlich erwachende Erinnerungen an das Sterbe⸗ bette ſeiner Gattin. Es ſchien, er habe Alles vergeſſen, was ſich auf Gertrudens Verheirathung, ihren Wittwen⸗ ſtand, die Geburt ihres Kindes, bezog; oder wenigſtens erwähnte er niemals dieſer Thatſachen; aber, wie Ed⸗ gar geſchrieben hatte, er nannte ſie manchmal, jedoch faſt, wie wenn von einer Verſtorbenen die Rede wäre. Warum er das Zimmer ſeiner Gemahlin für ſich ge⸗ wählt hatte, konnte Niemand begreifen, ausgenommen die, die wiſſen, daß Gewiſſensunruhe zuweilen dieſelben