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an; ſie bedurfte nur wenig, und das bloß für ihr Kind. Armuth war ihre Wahl, und Arbeit ihre Freude. Unter den armen Irländern, die unabläſſig in Amerika landen, fand ſie jede Art Leiden zu erleichtern, jede Art Kummer zu tröſten. Es war ihr Vergnügen, auf die Ankunft der Auswandererſchiffe Achtung zu geben, und dem ver⸗ einſamten Herzen ein Willkommen, dem Hulfloſen eine hülfreiche Hand zu bieten. Kinder, die während der Ueberfahrt ihre Eltern verloren hatten, Wittwen, die ihre Männer in ihren Armen hatten ſterben ſehen, das Mädchen, das geſündigt hatte und ſich nach thätiger Reue ſehnte, der Vater, der kleine Kinder hatte, aber kein Weib, um ſie zu verpflegen,— fanden eine Freun⸗ din an der blaſſen Frau in tiefer Trauer, die ſich nie⸗ mals abwandte von ihrer Leidensgeſchichte, und die mit ihrem Kinde auf den Armen, und ſpäter an der Hand, den Weg zu ihren armen Wohnſtätten und den Pfad zu ihren warmen Herzen kannte. Sie war in dieſem fremden Lande unter ihrem alten Beinamen bekannt, und er wurde eine Benennung der Liebe im Munde der Armen.
Der kleine Moriz war es, der ihnen dieſen Namen verrathen hatte. Eines Tages, als er in kindlicher Freude eine„Lady⸗Bird“ nach Hauſe gebracht hatte, wunderte er ſich über die Thränen, die ihr aus den Au⸗ gen quollen, während ſie doch zugleich lächelte. Aber ſie fluſterte:„So hat Mutter einſt geheißen,“ und er lispelte es oftmals nach, und Andere lernten es von ihm. Die Leidenden in den Hoſpitälern verlangten nach ihr. Die Armen in ihren Hutten riefen ihr Willkommen zu. Die Kinder hingen am Saume ihres ſchwarzen abgetragenen Gewandes, und Alle, die ihr ſchönes Geſicht, ihre me⸗ lodiſche Stimme und ihr holdſeliges Lächeln kannten, murmelten, wenn ſie auf ihren Pilgerfahrten der Barm⸗ herzigkeit durch die dichtgedrängten Straßen wandelte: „Gott ſegne die ſchöne Lady⸗Bird, die umhergeht und Gutes thut!“.. 8 Einige Jahre verfloſſen, und dann erhielt einſt


