Teil eines Werkes 
6.-8. Bändchen (1853)
Entstehung
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und einem ſtummen Lebewohl, und ihre Thränen ſloſſen

weniger aus Trauer über den Verſtorbenen oder über

ihren eigenen Abſchied, als im Andenken an die Ver⸗

gangenheit mit ihrer begrabenen Liebe und ihrem gehei⸗

ligten Schmerz. Von dieſem Punkt aus, wo ſie zum

letztenmal zuſammen knieten, ging Jedes ſeinen Weg, das Herz gebeugt, doch hoch den Muth.

Bei ihrer Ankunft in New⸗York hatte Gertrude eine Unterkunft in einem Kloſter geſucht, wo ſie einige Zeit verweilte, und von hier ſchrieb ſie an Marie Grey, ſandte ihr Morizens Denkmünze, und ſetzte ſie in der Kürze in Kenntniß von den Umſtänden ſeines Todes und ihrem eigenen Vorhaben, den Reſt ihres Lebens dem Dienſte Gottes zu weihen, auf welchem Wege das wolle ſie den Winken überlaſſen, wodurch er ihr ſeinen Willen anzeigen würde.

In den erſten Tagen ihres Wittwenſtandes hatte ſie die Hoffnung genährt, das Ordensleben möchte das Loos ſein, das er ihr angewieſen hätte; aber eine andere Pflicht, ein anderer Troſt, ein großer und unerwarteter Segen ward ihr zu Theil, ihr, die ſich in der Welt ſo allein fühlte, und der das als ein Zeichen der Vergebung und als eine ausdrückliche Gabe vom Himmel erſchien. Einige Monate verfloſſen, und Gertrude wurde Mutter. Sie liebte ihr Kind mit all der Zärtlichkeit, die ſie dem Vater deſſelben ſo lange verſagt hatte; und als ſie in ſeinem Geſichte die Augen wieder ſah, die ſo oft mit unerwiederter Liebe an ihr gehangen hatten, ſo fielen ihre Thränen dicht auf die kleine Wange nieder, die ſie feſt an ihre eigene drückte.

Sie ſchrieb nicht an ihre eigene Familie; aber Edgar Lifford ſandte, ſobald die Kunde von ihres Man⸗ nes Tod, und nachmals von der Geburt ihres Sohnes, ihm zukam, Briefe an ſie, die, obgleich in ſeinem ge⸗ wohnten formellen Stil abgefaßt, doch voll von freund⸗ licher Gutmüthigkeit waren. Er erkundigte ſich nach ihren zeitlichen Umſtänden und bot ihr Unterſtützung