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laß ſie Marien zukommen. Und jetzt höret Beide auf meine letzten Worte, meinen letzten Wunſch, meine letzte Bitte. Ein Gedanke würde mir in dieſen meinen letzten Augenblicken unausſprechlichen Troſt geben. Adrian! Gertrude! Ich bin im Leben zwiſchen Euch und Eurer Wohlfahrt geſtanden. O, laßt es nach meinem Tod nicht ſo ſein! Gebt mir Eure Hände— laßt mich ſie vereinigen— laßt mich fühlen, daß Ihr beide glücklich ſein werdet, wenn ich todt bin, daß das Andenken an alle die Leiden, die ich Euch verurſachte, Euch nur um ſo inniger mit einander vereinigen wird, und daß Ge⸗ danken der Freundſchaft und des Mitleids gegen Einen, der ſich ſo ſchwer an Euch verſündigt hat, mit jeder Grinerünſg an die Vergangenheit verknüpft ſein wer⸗ en.“
„Meinſt Du, ich könne je etwas Anderes für Dich fühlen, Moriz, als Liebe und Dankbarkeit?“ murmelte ſie auf faſt unhörbare Weiſe, und Adrian druͤckte die Hand feſter, die er in der ſeinigen hielt.
Moriz machte einen ſchwachen Verſuch, ihre Hände zu vereinigen, und ſprach mit Anſtrengung, aber mit flehentlichem Ausdruck, die Worte aus:
„Verſprecht mir, daß Ihr Euch vermählen wollt!“
Sie ſchüttelte den Kopf und ſchlang den Arm um ſeinen Hals.
„Um meinetwillen, um meines Friedens willen;“ ſtammelte er, und zugleich vereinigten ſie und Adrian ihre Hände für einen Augenblick und beugten ſich dann über ihn in ſprachloſer Rührung, denn jetzt ebbte das Leben raſch, und der Tod rückte heran. Ein Aus⸗ druck von Ruhe verbreitete ſich über ſein Geſicht; ein ſchwaches Lächeln ſpielte um ſeine Lippen, und ſein Geiſt entfloh. Adrian und Gertrude ſprachen das:„De Pro- fundis“, bevor ſie ſich von ihren Knieen erhoben, und trennten ſich dann, um ſich nur noch einmal wieder zu treffen, auf dem Gottesacker zu New⸗York an Morizens Grabe. Hier ſchieden ſie, mit ſtillen Segenswünſchen


