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und ſah ihn mit einem unausſprechlichen Ausdruck an, worauf ihm dieſe Worte zur Erwiederung wurden: „Wäre ich an Ihrer Stelle, theurer Freund, ſo wäre meine irdiſche Aufgabe jetzt vorüber; Sie laſſen mich an der Arbeit und gehen frühzeitig in die Heimath.“ Da veränderte ſich der Ausdruck ſeines Geſichtes; er hielt ihn bei der Hand feſt und rief nach Gertrude, die ſich entfernt hatte, als Adrian eingetreten war. Sie blieben nie beide zugleich bei ihm, ſondern während das Eine ſeiner wartete, kniete das Andere im anſtoßenden Zimmer. Aber jetzt wünſchte er, daß ſie beide dableiben möchten. Er ließ ſie auf die eine, ihn auf die andere Seite des Bettes treten, und gab Jedem eine Hand. Dann heftete er ſeine Blicke auf Gertrude und ſagte:
„Sage es mir noch einmal, Gertrude, daß Du mir vergibſt.“
Sie bückte ſich über ihn und ſagte:
„Vielmehr vergib Du mir, lieber Mann. O Mo⸗ riz, Gott hat Dich ſchon einmal meinen Gebeten zurück⸗ gegeben—“—
„Ja,“ rief er aus,„und unſchätzbar war die Gabe, daß er mir damals das Leben wieder ſchenkte und auf einige Tage lieh. Damals, Geliebteſte, wäre der Tod für mich ein zwar verdientes, aber trauriges Loos ge⸗ weſen, aber jetzt, hier, unter dieſen Umſtänden, liebe Frau, lieber Freund, iſt er ein Segen, ſo groß, wie ſeine Gnade ſelbſt.— Stille! unterbrich mich jetzt nicht. Die Zeit iſt kurz, und ich habe Euch beiden Et⸗ was zu ſagen. Fürs Erſte, geliebte Gertrude, ſage derjenigen, die ich zuvor liebte, und die in meiner Liebe nur Dir allein nachſtand, daß ich ſie in meiner Sterbe⸗ ſtunde geſegnet habe; daß ich hier um meinen Hals allezeit die kleine Denkmünze getragen habe, die ſie mir bei unſerm erſten Scheiden umhängte. Sage ihr, daß unter allen meinen Sünden und Leiden ich nie unter⸗ laſſen habe, jeden Tag das kurze Gebet zu ſprechen, das ſie mir damals gab. Nimm die Münze, Gertrude, und


