Teil eines Werkes 
6.-8. Bändchen (1853)
Entstehung
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geſett, und auch ihr Gatte findet da ſeine Stelle. Das and iſt nahe und wird bald erreicht ſein. Ein Nebel liegt vor ihrem Angeſicht, aber ihre Blicke ſind feſt nach einer Seite hin gerichtet, ihre Hände ſind gefaltet und ihre Lippen bewegen ſich in Gebet. Sie ſtehen am Ufer und ein Menſchenknäul drängt ſich um ſie her. Die Boote ſtoßen wieder ab; Weiber und Kinder weinen und wehklagen; Manche ſind außer Athem vor heftigem Gebet und lautem Geſchrei; Andere verſinken in ein Stillſchweigen, tiefer als der Tod, während ſie das lo⸗ dernde Schiff beobachten, und bei dem düſtern Lichte, das die Flammen auf das Waſſer werfen, ſich anſtrengen, die Geſtalten zu unterſcheiden, die die Boote davon⸗

ühren. Gertrude lehnt ſich an die Kante eines ſchmalen

Pfeilers an, und Moriz iſt ihr zur Seite. Sie ſprechen

nicht mit einander, aber ihre Augen, ihre Gedanken, ihre Beſorgniſſe ſind in Uebereinſtimmung; denn ſie wiſſen, daß Adrian der Letzte ſein wird, der dieß brennende Wrack verläßt, ſo lang noch ein Menſchenleben in Ge⸗ fahr iſt, darauf verloren zu gehen. Noch einmal gehen die Boote zurück nach denjenigen, die noch dahinten ver⸗ weilen, und ein Gemurmel läuft durch die Menge, während ſie auf der Spitze der Wellen vorwärts ſtür⸗ men:Das iſt das letzte Mal, daß ſie anlegen können;

ſie können ſie nicht alle retten. Gertrude ſchauderte

und konnte nicht länger hinſehen. Sie lehnte den Kopf auf die Mauer, wogegen ſie lehnte, und Zittern überfiel ſie; denn es waren der Hände wenige und das Schi

brannte nun mit unbezwingbarer Gewalt; die Flammen

ſchlugen zum Himmel empor, und ein ſchwacher ent⸗ fernter Laut der Verzweiflung der Todesſchrei der hinſterbenden Hoffnung wurde durch den Wind her⸗ übergeweht zu jenen angeſtrengt horchenden Ohren. Sie wandte ſich um und blickte wild um ſich her, als

wie um Hülfe zu erflehen, wo keine Hülfe möglich war.

Moriz war von ihrer Seite verſchwunden. Er konnte